Archiv für August 2008

Kummer für die Print-Industrie

Freitag, 29. August 2008

Während die Musikindustrie bereits heftig unter illegalen Downloads zu leiden hat, ist die Print-Industrie bisher vergleichsweise ungeschoren davongekommen. Nun ist allerdings auch sie unter Beschuss. Mygazines (auf einen link verzichten wir) ist eine Website, auf der diverse Zeitschriften zum Lesen angeboten werden – vollkommen umsonst und natürlich auch nicht legal. Bisher ist es den Verlagen noch nicht gelungen, die Seite abschalten zu lassen. Dies dürfte nur ein Vorgeschmack dafür sein, was der Print-Branche blüht, sobald eine solche Seite auch komfortabel zu lesen wäre, etwa auf Amazons Kindle.

(cen)

Nur ein paar Worte zu den „Harddrive-Parties“

Mittwoch, 27. August 2008

Die Sueddeutsche und diverse – geschätzte – Blawg-Kollegen haben sich in den letzten Tagen Gedanken zu „einem neuen Trend aus den USA“ gemacht, der jetzt auch Deutschland heimsuche. Jugendliche tauschen nun Daten „auf Parties – bei Bier und Wein (oho!)“.

Wir glauben kein Wort. Oder besser andersherum formuliert: Wo ist die Neuigkeit? Jugendliche haben schon immer Musik getauscht. Erst sind sie mit Leerkassetten zu Freunden marschiert, später mit Rohlingen, jetzt also mit ihren Festplatten. Diese Tatsache ist nun wirklich denkbar unspektakulär. Und im Übrigen auch eine der maßgeblichen Erwägungen, warum die so genannte Privatkopie erlaubt ist. Dieses offline-Tauschen ist eben einfach so wenig zu kontrollieren wie Mund-zu-Mund-Propaganda. Dass jetzt allerdings ominöse „Parties“ gefeiert werden halten wir schlicht für eine Sommerloch-Ente. Nicht alle Jugendlichen erbrechen sich beim Flatrate-Saufen, angeblich super-hippe Flashmobs haben wir auch noch keine live gesehen. Und riesige Tauschbörsen-Parties sind ebenso ein Hirngespinst unterbeschäftigter Redakteure. Das ergibt sich im Übrigen schon aus der Tatsache, dass der SZ-Artikel nicht eine einzige Quelle zitiert.

(cen)

I google you

Dienstag, 26. August 2008

Die Blogger von nomnomnom haben heute ein Gedicht, eigentlich einen Song-Text des Autoren Neil Gaiman veröffentlicht. Da dieser den Text selbst in einem Blog gepostet hat, gehen wir davon aus, dass auch wir ihn hier veröffentlichen können. Ein wunderbarer lyrischer Beitrag zum gläsernen Menschen:

I Google you
late at night when I don’t know what to do
I find photos
you’ve forgotten
you were in
put up by your friends

I Google you
when the day is done and everything is through
I read your journal
that you kept
that month in France
I’ve watched you dance

And I’m pleased your name (mehr …)

In eigener Sache

Dienstag, 26. August 2008

Die Probleme mit dem Internet Explorer sind behoben. Wir hoffen, dass die Seite jetzt wieder einwandfrei läuft. Sollte das nicht der Fall sein, würden wir uns über eine kurze Benachrichtigung freuen.

Wir möchten an dieser Stelle nocheinmal auf den lesenswerten Artikel von Nikolas Smirra zum Thema „Doping, Regelbruch und Spielmanipulation. Zur wettbewerbsrechtlichen Betrachtung des Profisports“ verweisen, der den IE-Nutzern entgangen sein dürfte.

Zuletzt möchten wir darauf hinweisen, dass es in den nächsten 2-3 Wochen in diesem Blog etwas ruhiger zugehen könnte, was leider nicht dem Urlaub, sondern vielmehr einigen Sonderprojekten unsererseits geschuldet ist.

(cen)

IP|Experten: Product Placements. Komponieren und Urheberrecht

Montag, 25. August 2008

von Johannes Kreidler

Die Expertennotizen von IP|Notiz sollen ein Forum für Experten im sogenannten “Grünen Bereich” , aber auch daran angeschlossenen Rechtsgebieten und anderen Kulturschaffenden bieten. Wir bemühen uns, bei Themen- und Autorenwahl auch etwas über den Tellerrand des Rechtsgebietes hinauszublicken und wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

Es hat auch sein Gutes, dass die Neue Musik gesellschaftlich und ökonomisch so gut wie irrelevant ist: Ihre Narrenfreiheiten reichen bis zur praktischen Rechtsfreiheit. Niemandem kommt es hier in den Sinn, Ideenklau oder getreue Übernahmen einzuklagen, denn es gibt monetär (und moralisch) nichts zu holen. Jörg Widmann kann vor einer Gruppe Jugendlicher ungeniert behaupten, gewisse Klavierspieltechniken selbst erfunden zu haben, die tatsächlich seit spätestens den 1960ern kursieren. Dafür gibt es nur einen kunstwissenschaftlichen Ausdruck: Eklektizismus.

Theoretisch ließen Rechtsbrüche sich natürlich ahnden. Urherberrechte entstehen schon bei einer einfachen kreativen Leistung von eigentümlicher, sprich: individueller „Schöpfungshöhe“. Die Anforderungen sind dabei gering; bereits simpelster Schlagermusik wird „Schöpfungshöhe“ zugesprochen, ebenso Einspielungen und Naturaufnahmen, für die Leistungsschutz und Tonträgerherstellerrecht bestehen. Heiße Eisen sind in neuerer Zeit vor allem Samples, bei denen der Diebstahl offenkundiger ist als bei Übernahme einer (mehr …)

Wickert klagt

Samstag, 23. August 2008

Heute möchten wir nur kurz auf einen interessanten Artikel in der FAZ hinweisen:

Ulrich Wickert reicht Klage gegen die Landesmedienanstalt Niedersachsen wegen des wenig vertrauenserweckenden Verfahrens bei der Vergabe von „Kulturfenstern“ beim Sender RTL ein.

(cen)

In eigener Sache

Samstag, 23. August 2008

Wir entschuldigen uns für unsere heutige kurzzeitige Abwesenheit. Wartungsarbeiten haben dies nötig gemacht.

Zudem ist uns zu Ohren gekommen, dass Leser, die mit dem Internet Explorer auf unserer Seite surfen, gewisse Probleme mit der Les- und Darstellbarkeit des Blogs haben. Wir werden uns dessen demnächst annehmen und bitten bis dahin um Geduld. Für eine fehlerfreie Darstellung des Blogs empfehlen wir den Mozilla Firefox.

(cen)

Veröffentlichung von Email-Verkehr im Internet

Freitag, 22. August 2008

Auch wir haben uns schon die Frage gestellt, ob die Praxis mancher Blogger, ihren Email-Verkehr im Internet zu veröffentlichen, eigentlich rechtens ist. Mittlerweile haben sich ein paar berufene Kollegen des Themas angenommen, so dass wir auf diese verweisen möchten.

Von der teilweise angesprochenen Urheberrechtsverletzung halten wir angesichts des derzeit vorherrschenden lapidaren Tons in Geschäftsmails allerdings nichts.

(cen)

Erster Filesharing-Prozess in Großbritannien: Britin muss 16.000 Pfund zahlen

Donnerstag, 21. August 2008

Die Britin hatte in Tauschbörsen das Computerspiel „Dream Pinball 3D“ von Topware Interactive angeboten und wurde zu rund 6.000,00 Pfund Schadensersatz verurteilt. Hinzu kamen Gerichtsgebühren in Höhe von 10.000,00 Pfund. Das Urteil ist das erste seiner Art in Großbritannien und – glaubt man dem Anwalt des Spieleherstellers David Gore, Partner der britischen Anwaltskanzlei Davenport Lyons – nur das erste von vielen.

(sjm)

Störerhaftung des Anschlussinhabers – LG Leipzig schließt sich dem OLG Düsseldorf und dem HansOLG an

Mittwoch, 20. August 2008

In einem heute in der MIR veröffentlichten Urteil hat das LG Leipzig sich bezüglich der Haftung des Internet-Anschlussinhabers für illegale Download-Aktivitäten Dritter, etwa seiner Kinder, nicht dem Urteil des OLG Frankfurt angeschlossen. Demnach sei für die Verletzung der Prüfungspflicht keine vorherige Kenntnis des Handelns des Dritten erforderlich.

Maßgeblich begründet das LG diese Überlegung damit, dass die Verwirklichung einer Gefahr einer Urheberverletzung durch Filesharing naheliegend sei. Wir sind uns unsicher. Soll jedes Familienoberhaupt von seinen Kindern und Gatten gradezu erwarten, dass sich diese an illegalem Filesharing beteiligen? Wir halten diesen Gedanken für wenig zielführend. Es müsste (mehr …)