Archiv für August 2010

IP|Rezension: Matthias Pierson; Thomas Ahrens; Karsten Fischer, Recht des geistigen Eigentums

Dienstag, 31. August 2010

Im „Recht des geistigen Eigentums“ finden wir eine Gesamtdarstellung des IP-Law, inklusive des Rechtsbereichs Urheberrecht. Es handelt sich um die zweite Auflage, EPÜ 2000, UWG-Reform 2004, GeschmacksmusterG, Durchsetzungsgesetz sowie die beiden „Körbe“ des UrhG sind enthalten.

Das Buch ist gut geschrieben, mit interessanten Abbildungen versehen (zu wenige! Siehe nur die schöne Grafik zum Thema „Benutzungsschonfrist und Zeiträume der rechtserhaltenden Benutzun auf S. 222) und beschränkt sich im Wesentlichen auf die Wiedergabe und Zusammenfassung des bekannten Wissens. Es ist insofern kein „großes“ Lehrbuch, das rechtsfortbildend oder meinungslastig wirkt, sondern eher ein Werk, das jeder Student ruhigen Gewissens lesen kann, ohne Sorgen haben zu müssen, zu sehr in Mindermeinungsfallen zu tappen.

Das Buch richtet sich nicht ausschließlich an Juristen. Insofern sind besonders die Darstellungen der technischen Schutzrechte gelungen und ausführlich. Einziger Kritikpunkt könnte die Ausführlichkeit des Buches sein: mit knapp 480 Seiten ist es schon ein ziemlicher Brummer, der viele Studenten abschrecken könnte. Insgesamt aber eine sehr solide Arbeit, die aber überraschend wenig verbreitet ist.

IP|Event: Forschungsförderung – Quo vadis?

Montag, 30. August 2010

am 01. Oktober 2010 findet von 09.45 Uhr bis 16.00 Uhr die Tagung »Forschungsförderung – Quo vadis?« der Forschungsstelle Forschungsförderung & Technologietransfer am Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Medienrecht der TU Dresden statt. Veranstaltungsort ist der Festsaal der Rektoratsvilla, Mommsenstraße 11, 01069 Dresden.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen die rechtlichen Rahmenbedingungen und künftige Entwicklungen der Forschungsförderung in Deutschland. Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung werden über ihre Erfahrungen berichten und Perspektiven diskutieren.

Mehr dazu hier.

IP|Rezension: Ansgar Oly, Fälle zum Recht des geistigen Eigentums

Freitag, 27. August 2010

Ansgar Oly präsentiert mit diesem Fallbuch eine völlige Neuerscheinung im Rahmen der Reihe „Juristische Fall-Lösungen“ bei C.H. Beck. Sämtliche wichtigen Fächer des Gewerbl. Rechtsschutzes sind vertreten, wobei Urheberrecht und Markenrecht den größten Teil einnehmen. Etwas weniger präsent ist das Patentrecht, dem aber immerhin vier Fälle gewidmet sind (Formsteineinwand, Pantentvindikation, Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen etc.). Ein Fall ist dem Deisgnrecht gewidmet, den Abschluss bildet ein „Klausurfall“, der es in sich hat.

Die Fälle sind allesamt nicht sonderlich lang gehalten (bis auf den Klausurfall) und zeichnen sich durch eine starke Konzentration auf die Gliederung aus. Dadurch wird dieser wichtige Aspekt ansprechend betont – Studenten werden die vielen Schemata zu schätzen wissen. Die Fälle sind in der Regel bekannten Urteilen nachgebildet (etwa Libertel im Markenrecht), so dass die wichtigen Probleme der Rechtsbereiche gut abgedeckt werden.

Letztlich lässt sich sagen, dass „Fälle zum Recht des geistigen Eigentums“ das Rad nicht neu erfindet, aber eine absolut sichere Empfehlung für Studenten der entsprechenden Schwerpunktfächer darstellen dürfte. Nach der Lektüre dieses Buches sollte da nicht mehr viel schiefgehen.

Ansgar Oly, Fälle zum Recht des geistigen Eigentums, 177 Seiten, 24,95 EUR, C.H. Beck, ISBN: 978-3406586408

Meine persönliche Meinung zum MS Media Player 11

Mittwoch, 25. August 2010

…ich habe leider keine. Warum? Heute sprach mich Windows XP an, ich möge doch mal meinen Media Player 10 updaten. Ich ahnte nichts gutes, habe es aber getan. Nach einem Neustart gab es erstmal einen so genannten Blue Screen of Death. Das Update hatte leider irgendetwas kaputt gemacht (was genau, konnte mir die Blue Screen auch nicht sagen) – will sagen: das Media Player Update war nicht nur fehlerhaft, sondern hat auch noch in meinem Betriebssysstem herumgepfuscht. Windows fuhr später glücklicherweise dennoch hoch.

Aber dann begann der Ärger erst richtig: Als ich dann eine Mp3 abspielen wollte, ging das leider nicht. Statt dessen erhielt ich die Meldung, ich müsse jetzt erstmal ins Internet gehen, um verifizieren zu lassen, dass es sich bei dem Media Player um eine Originalversion handelt.

Meine Mp3 wird jetzt durch den VLC-Player abgespielt. Warum? (mehr …)

IP|Rezension: Martin Gläser, Medienmanagement

Dienstag, 24. August 2010

Der Stuttgarter Professor Martin Gläser legt mit „Medienmanagement“ die zweite Auflage dieses Handbuchs zum treffend betitelten Thema vor. Das Buch versteht sich als Nachschlagewerk, aber auch als betriebswirtschaftliches Lehrbuch. Als letzteres ist es für uns Juristen wohl zumeist unbrauchtbar. Viel Zeit würde es kosten, sich das wirkliche betriebswirtschaftliche Verständnis der Medienindustrie zu erarbeiten. Wer diese investiert: großartig. Für die übrigen dürfte jedoch Teil B des Buches besonders interessant sein: hier werden „Medienunternehmen als Gegenstand“ besprochen. Insbesondere Teil II und III (merkwürdigerweise fängt Teil B mit röm. II an) , „Medienunternehmen und ihr Umfeld“ und „Leistungs- und Finanzprozesse“ dürften für Juristen, die Medienunternehmen beraten, recht interessant sein: Übersichten über Medienmärkte, Produkte, Rahmenbedingungen und vieles mehr geben einen guten Einstieg in das wirtschaftliche Umfeld, das Juristen in der Ausbildung ja leider nicht vermittelt wird – diese Kenntnisse werden aber erwartet, ist man einmal in das Fahrwasser der Realwirtschaft gekommen.

Zuletzt ist auch Teil C potentiell interessant: hier geht es um die Führung des Unternehmens, das Management. Für Juristen in Führungspositionen von Medienunternehmen – etwa das einköpfige Justiziariat, das ja gern dem Bereich der Geschäftsführung zugeordnet wird – bietet sich hier ein guter Crash-Kurs in den wichtigsten Themen, von Unternehmensethik bis zu Unternehmensverfassung, alles Themen, die auch für Juristen relevant werden können.

Gefällig sind übrigens auch die vielen Schaubilder. Bei juristischer Lektüre nicht unbedingt üblich, ist dies im BWL-Bereich Gang und Gäbe, da könnten sich einige Jura-Professoren eine Scheibe abschneiden. Auch mit weiterführender Lektüre wird nicht gespart.

IP|Event: Verbotene Filme

Mittwoch, 18. August 2010

Hier der Tipp zum jährlichen Symposium der deutschen Kinemathek, diesmal zum Thema „verbotene Filme“:

Ein Spielfilm verschwindet im Giftschrank, weil er – vermeintlich oder tatsächlich – gegen Gesetze verstößt. Eine Dokumentation wird erst gar nicht gedreht, weil das Justiziariat sagt, man könne die zu erwartenden Klagen nicht durchstehen. Zugleich: Filme, die nach geltendem Recht verboten sind, können weltweit angeschaut werden – drei Aspekte des selben Themas. Das Symposium „Verbotene Filme“ vom 8. bis zum 10. September 2010 wird sich damit auseinandersetzen, welche rechtlichen Beschränkungen von Filmen es gibt und wie sie sich auf die Produktion, Distribution und Rezeption auswirken.

Eintritt umsonst, u.A.w.g., hier geht es zum Programm.

Catch me if you can – Hochstapler arbeitete in drei Anwaltskanzleien…

Donnerstag, 12. August 2010

Heute möchten wir unsere Leser auf einen sehr netten Artikel von Frau Johanna Luise Hepp hinweisen. Sie berichtet über einen Fall vor dem Frankfurter Landgericht, bei dem sich ein junger Mann neben dem Abiturszeugnis auch gleich das 1. juristische Staatsexamen, das 2. juristische Staatsexamen, einen Doktortitel und ein Steuerberaterzeugnis angedichtet hat. Ich werde mir gleich heute die Zeugnisse meiner Kollegen vorlegen lassen…

Hier gehts zum Artikel.

(sjm)