Archiv für September 2011

Valkaama fertig

Donnerstag, 29. September 2011

Im Jahr 2009 hatten wir über das spannende Filmprokjet Valkaama berichtet, ein Gemeinschaftsprojekt aus Finnland, das unter CC-Lizenz veröffentlicht werden sollte. Nun ist uns zu Ohren gekommen, dass der Film fertig zum Download oder auch auf DVD bereit steht.

Auf der Website heißt es:

Die HD Version von Valkaama steht ab sofort auf der Webseite zum Download bereit. Released wurden eine 1080p Version und eine 720p Version. Letztere passt auf eine Standard DVD-R. Beide Versionen enthalten die 3 Soundtracks von Michael Georgi, audioscapist und Matthias Blazejak sowie alle momentan verfügbaren Untertitel (Sprachen: Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch, Koreanisch, Polnisch). Des Weiteren findet Ihr das Filmposter zu Valkaama in Druckauflösung auf unserer Webseite sowie die Valkaama DVD inklusive Cover und DVD Label.
Mit der Veröffentlichung der Dateien ist das Valkaama Projekt nun offiziell beendet. Wir hatten eine schöne Zeit während der Arbeit an Valkaama und es war eine tolle Erfahrung, ganz am Anfang der Open Source Film Bewegung mit einem der ersten Open Source Spielfilme (wenn nicht sogar dem Ersten ;) mit dabei gewesen zu sein. Die Webseite bleibt natürlich online und das Forum wird von mir von Zeit zu Zeit gescreent um Fragen und Kommentare zu beantworten und es so gut wie möglich Spam-frei zu halten.

Neil Gaiman on Copyright Piracy and the Web

Samstag, 17. September 2011

The Pirate Bay feiert Geburtstag

Freitag, 16. September 2011

Gestern feierte die Pirate Bay Geburtstag. In einer Presseerklärung las sich das dann so:

So it has become our 8th birthday! Time flies huh?

We’ve said it before and we’ll say it again. This would not have happened without you!

Outside of the bay a lot of stuff have happened during these 8 years. A lot of good and a some bad. We admins are positive dudes and dudettes who likes to think that the world is moving forward and not backwards. Thats partly what the site is about. Spreading culture around the globe so that maybe people will understand each other a bit more.

Heading in to our 9th year we are preparing some huge news. We can’t really tell yet but it will be huuuuuge!

Dass sich die Pirate Bay allerdings schon seit 8 Jahren hält, ist wirklich ganz bemerkenswert. Die meisten Konkurrenten haben mittlerweile das Feld räumen müssen. Auch TPB ist nicht von Rückschlägen verschont geblieben. Man kommt nicht umhin, die „Resiliancy“ (so das Eigenlob der Bucht-Piraten) zu bewundern, mit der sie es bisher stets zu verhindern wussten, vom Netz genommen zu werden. Dass die Zukunft allerdings nicht der TPB gehört, dürfte mittlerweile klar geworden sein. Zu wenig schützt das Netzwerk seine Kunden, die mittlerweile in Scharen zu den 1-klick-Sharehostern überlaufen. Etwas mehr Vision hätte der TPB daher zum Geburtstag nicht geschadet. Nicht zuletzt bleibt TPB ein Symptom eines großen kulturpolitischen Problems, die Lösung ist sie nie gewesen und wird sie niemals sein.

Lesetipp: Dirk von Gehlen, Mashup: Lob der Kopie

Freitag, 16. September 2011

Dirk von Gehlen, jetzt.de-Chefredakteur und profilierter Blogger zu digitalen Themen hat jetzt sein Buch Mashup: Lob der Kopie bei Suhrkamp herausgebracht. Die Kritiken sind bisher offenbar begeistert (s. obigen Link), jedenfalls solche aus der Netzwelt – dass es auch einige Interessengruppen geben dürfte, die von den Thesen von Gehlens nicht begeistert sind, nehmen wir jetzt einfach mal so an.

Suhrkamp schreibt zu dem Buch:

Es ist nicht nur kinderleicht, es ist vor allem nahezu unumgänglich: Kopieren ist im digitalen Raum zu einer alltäglichen Handlung geworden. Doch so selbstverständlich wir kopieren, so unklar bleibt der Bezugs- und Bewertungsrahmen für diese Tätigkeit, die Dirk von Gehlen in Mashup als grundlegende Kulturtechnik lobt. Ohne die kreative Kraft der Kopie entsteht keine Kultur – nicht nur die modernen Verschmelzungen unterschiedlicher Werke zu einem neuen (Mashups, vom Englischen to mash) belegen dies. Die Fälle der abschreibenden Hoffnungsträger zu Gutten- berg und Hegemann und die beständige Auseinandersetzung um Tauschbörsen zeigen aber auch, wie notwendig eine Debatte über gutes Kopieren und betrügerisches Abschreiben sowie über den rechtlichen Rahmen für die sich verflüssigende Unterscheidung zwischen Original und Kopie ist. Mit dieser Streitschrift bringt Dirk von Gehlen Ordnung in die begriffliche Verwirrung und zeigt, wie notwendig die Kopie für unsere Kultur ist – online wie offline.

Hier ist auch ein Interview zum Thema zu hören.

Wir selbst sind noch nicht dazu gekommen, das Buch zu lesen, hoffen das aber nachholen zu können und werden uns dann auch nochmal äußern. Wer es sich in der Zwischenzeit einfach kaufen will, kann hier klicken.

(cen)

Creative Commons-Lizenz hat vor LG Berlin Bestand

Freitag, 16. September 2011

Besser spät als nie möchten wir auf die Entscheidung des LG Berlin v. 08.10.2010 hinweisen. Hier hatte eine Fotografin wegen der Verwendung eines Fotos, das sie unter der Creative Commons-Lizenz „Attribution – ShareAlike 3.0 Unported veröffentlicht hatte, geklagt, das dies ohne den Lizenztext oder eine Internetadresse dafür anzugeben geschehen war.  Auch die Urheberin war nicht genannt worden.Vor dem LG Berlin hat sie Recht bekommen und einen Unterlassungsanspruch durchsetzen können. Die Entscheidung zeigt einmal mehr, dass CC-Lizenzen in Deutschland gerichtsfest sind und daher ihre Wirkung auch in Zukunft nicht verfehlen werden.

Der Beschluss kann hier direkt eingesehen werden.

(via)

Offener Brief deutscher Netzpolitiker und anderer Unterzeichner an Google+ zum Klarnamen-Zwang

Montag, 5. September 2011

Ich unterstütze das Anliegen vollumfänglich.

 

Sehr geehrter Herr Schindler,

wir, die Unterzeichner, wenden uns heute an Sie wegen der Unternehmenspolitik Ihrer Muttergesellschaft Google Inc.

Die Nutzungsbestimmungen Ihres neuen sozialen Netzwerkes “Google +”, das wir für einen gelungenen Wurf halten und gerne nutzen, sehen in Ziffer 13 vor, dass Nutzern den “volle(n) Name(n), mit dem Sie normalerweise von Freunden, Familie und Kollegen angesprochen werden“ verwenden müssen. Nach dieser sog. Common Name Policy ist also jeder Name erlaubt, unter dem man allgemein bekannt ist. Nicht erlaubt ist ein kaum bekannter Künstlername, ein Allerweltsname “Peter Meier23” oder ein Pseudonym, so dass Ihr Dienst in diesen Fällen nicht genutzt werden darf, wenn die Identität des Nutzers unter diesem Namen nicht allgemein bekannt ist.

Wir unterstützen die Argumentation Ihrer Muttergesellschaft, dass diese Regelung das Kommunikationsniveau heben soll. In der Tat gehört es auch für uns zum guten Ton, dass man sich einander vorstellt und namentlich miteinander kommuniziert. Dieses Ziel wird jedoch durch Ihre Maßnahme kaum erreicht, da jedermann versuchen kann, unter einer Anscheins-Identität aufzutreten, deren Echtheit Sie mit gängigen Online-Verfahren schwer überprüfen können. Auch die Verhinderung von Spam erscheint uns als sehr schwaches Argument, da jeder Spammer versuchen wird, sich einen glaubwürdigen Echtnamen zu geben.

Aus unserer Sicht sind diese Argumente bei weitem zu schwach für eine derart schwerwiegende Begrenzung in der Nutzung. Wir begrüßen es sehr, dass es schon lange für ein Google-Konto unter Ziff. 2 Ihrer Nutzungsbestimmungen heißt: “Die Nutzung der Dienste ist auch unter einem Pseudonym möglich.” Wir würden uns daher auch wünschen, dass Sie dieselbe Regelung für Google Plus gelten lassen. Zudem ist auch die Rechtslage in Deutschland zu beachten. § 13 Absatz 6 TMG lautet: “Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren.” Unsere Frage ist: Ist Ihnen die Bereitstellung mit pseudonymer Nutzung technisch nicht möglich oder nicht zumutbar?

Das TMG bringt klar zum Ausdruck, dass in der Sache seit Jahren durch den Gesetzgeber entschieden ist, was die hiesige Auffassung hierzulande ist: Dass nämlich die Nutzung eines solchen Dienstes grundsätzlich nicht an die Verwendung des echten Namens und auch nicht an einen Rufnamen gekoppelt sein soll, sondern pseudonym zu ermöglichen ist. Wir möchten Sie bitten, diese Entscheidung zu respektieren und darauf hinzuwirken, dass diese durch Ihre Muttergesellschaft eingehalten wird. (mehr …)