Anonymous-Videobotschaft an die GEMA – Schwarmintelligenz versagt

Anonymous droht der GEMA, „Maßnahmen“ einzuleiten, sollte sie sich nicht endlich mit YouTube auf einen gemeinsamen Vertrag einigen. Damit schießt sich die noch junge Cyper-Terror-Spaßorganisation unserer Ansicht nach ein Eigentor. Man mag von der Politik der GEMA halten, was man will. Sich aber statt für die Repräsentanten der deutschen Musikschaffenden für einen Multimilliardendollar-Konzern mit mitunter fragwürdigen Zielen politisch zu engagieren zeigt eine bestürzende Kurzsicht. Nicht zuletzt sollte sich auch Anonymous fragen lassen, wer eigentlich für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich ist: Die GEMA mit überzogenen Forderungen oder YouTube, das sich weigert, mehr als ein paar Cents für wertvolles Kulturgut zu überweisen. Diese Frage kann Anonymous aber überhaupt nicht beantworten, da schließlich beide Seiten über die Verhandlungen Stillschweigen vereinbart haben. Transparenz sieht anders aus. Wäre Anonymous also konsequent, müssten sie schon gegen beide Parteien vorgehen. Oder sich schlicht heraushalten.

 
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7 Kommentare zu “Anonymous-Videobotschaft an die GEMA – Schwarmintelligenz versagt”

  1. musikdieb.de » Anonymous auf dem Holzweg
    23. Juni 2011 13:54
    1

    […] unter Druck zu setzen dient meiner Ansicht nach Google und/oder den Majorlabels. Ich schließe mich dieser Einschätzung an: "Wäre Anonymous also konsequent, müssten sie schon gegen beide Parteien […]

  2. openWeb
    25. Juni 2011 07:22
    2

    Wenn ich schon immer „wertvolles Kulturgut“ lese… Nicht alles, was Künstler von sich geben ist Kultur! Nicht alles, was Künstler – oder deren Manager – an die Massen verfüttern ist auch nur einen Cent wert.

    Wenn man über alternative Vermarktungsmöglichkeiten nachdenkt, sich die CD-Pressung spart und den Benutzern ermöglicht eine Art „Try&Buy“ zu machen, hat man auch als Künstler die Möglichkeit seine eigenen oft überzogenen Selbsteinschätzungen mal zu korrigieren.

    Eine digitale Kopie eines bereits als CD mehr als profitabel verlegten Musikstücks ist eben ein Cent-Artikel! Da kann man von Kulturgut reden, so viel man will.

  3. DopenWeb
    25. Juni 2011 11:14
    3

    @openWeb

    Richtig: Nicht alles was Musiker und Komponisten von sich geben ist Kunst. Das entscheidet jeder für sich individuell.

    Falsch: Alles was von die „Massen verfüttert“ wird ist jeden Cent wert, da es verwertet wird. Wenn es nicht gehört wird – niemand wird dazu gezwungen Musik, Musikvideos und Filme zu konsumieren – erst dann ist ein Umsatz nicht mehr gerechtfertigt und wird wie bei allen anderen Konsumgütern auch nicht generiert.

    Warum Deine Aufregung, OpenWeb?

  4. Stefan
    25. Juni 2011 11:52
    4

    Ich kann Youtube verstehen… ich würde ja „mehr als ein paar Cents für wertvolles Kulturgut“ zahlen, aber nicht an eine Organisation wie die GEMA!

  5. DopenWeb
    25. Juni 2011 14:01
    5

    Ich bezahle gerne Musik, die ich konsumiere und damit auch am die GEMA. Die GEMA ist ein Verein, in dem sich Komponisten und Texter zusammengeschlossen haben. Kein Komponist wird gezwungen GEMA-Mitglied zu werden. Youtube kann froh sein, dass es mit der GEMA einen und nicht tausende einzelne Ansprechpartner zur Rechteklärung hat.
    Aber mit Sicherheit muss die GEMA entstaubt werden, das Stelle ich nicht in Frage. Aber wer gegen die GEMA wettert, der greift die Urheber an. Und wer Youtube für Youtube die Partei ergreift, der sollte sich mal fragen, ob Youtube ein gemeinnütziger Verein ist oder ein Geschäftsmodel eines Konzerns ist.
    Zur Zeit kann man weder der GEMA noch Youtube als den Besseren oder Schlechteren darstellen, da von uns niemand die Fakten der Verhandlung kennt. Die 12-Cent-Info ist Bullshit, es geht nicht um einen Standard-Tarif sondern um einen zu verhandelnen Tarif. Bis auf weiteres verhält sich Youtube nicht an die Gesetze, bezahlt trotz Verwertung, mit der es Geld generiert (Youtube stellt den Content nicht zur Verfügung, weil es Euch so lieb hat) keinen Cent an die Urheber.

  6. Anita
    4. Juli 2011 18:38
    6

    „mehr als ein paar Cents für wertvolles Kulturgut zu überweisen“

    Wieviel diese paar Cent sind wäre wirklich mal brennend interessant. Gibts da nicht mal einen ungefähren Wert der durchgesickert ist?

  7. cen
    19. Juli 2011 09:37
    7

    nein leider nicht

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