IP|Rezension: Bayreuther, Frank/Sosnitza, Olaf, Fälle zum Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht

Den Anfang macht heute die 2. Auflage der Fälle zum Gewerblichen Rechtsschutz vom C.H. Beck Verlag, nun unter neuer Autorenschaft vom Würzburger Professor Dr. Sosnitza (u.a. bekannt als Mitherausgeber der Zeitschrift MarkenR). Es handelt sich hier um ein Buch aus der JuS-Reihe von Fällen mit Lösungen, dementsprechend schlank ist das Büchlein mit ca. 200 Seiten.

Insgesamt finden sich für den Studenten 15 Fälle, diese sind allerdings umfang- und kenntnisreich gelöst, mit ausführlichen Quellenangaben und in der bewährten Qualität dieser Reihe. Die Fälle sind didaktisch aufgebaut, ergänzen einander und haben einen leicht ansteigenden Schwierigkeitsgrad. Hier hat Sosnitza es geschafft, die schwierige Balance zwischen lösbaren Aufgaben und anspruchsvoller Dogmatik zu halten, so dass das Buch einen Gewinn für Studenten verschiedener Kenntnisgrade darstellt.

Die Fälle sind sorgfältig aktualisiert worden und die neueste Rechtssprechung von 2007 ist eingearbeitet. Während dies für die Rechtssprechung gilt, bleibt in der Literaturliste doch die Frage offen, wieso im Urheberrecht häufig auf den großartigen, doch mittlerweile etwas veralteten Fromm/Nordemann (von 1998, die neue Auflage erscheint in Bälde) zurückgegriffen wird, während ein neuerer Kommentar wie der Wandtke/Bullinger keinerlei Erwähnung gefunden hat.

Die Fallauswahl zeigt deutliche Präferenzen für Urheber- und Markenrecht, diese beiden Rechtsbereiche nehmen immerhin 12 der 15 Fälle ein. Für das Patentrecht bleibt insofern nicht viel übrig, Medienrecht und Exoten wie etwas das Sortenschutzrecht bleiben – wohl zurecht – gänzlich unbeachtet. Das ist in Anbetracht des Verfassers, der in den ersteren Rechtsgebieten zu Hause ist, wohl nicht verwunderlich, dürfte allerdings die Studenten, die etwa Patentrecht innerhalb ihres Schwerpunktes belegt haben, etwas abschrecken. Das Wettbewerbsrecht wird innerhalb der Fälle stets ergänzend geprüft. Wir halten dies für eine praxisnahe und intelligente Herangehensweise. Das Buch hat somit einen klaren Charakter, was insgesamt sehr lobenswert ist, solange die Studenten vor Kauf des Buches einen Blick in das Inhaltsverzeichnis werfen und so keine Enttäuschung erleben müssen.

Didaktisch ist das Buch vorbildlich, vieles wird erklärt und knifflige Fragen des Gewerblichen Rechtsschutzes werden angesprochen – das gilt auch für klausurrelevante Aufbauprobleme, wenn der Autor sich auch die von vielen Professoren wohl als unakademisch empfundene Last klarer Prüfungsschemata spart.

Letztlich bleibt noch zu fragen, wann Bücher wie dieses, die sinnvoller Weise Urheberrecht und Gewerblichen Rechtsschutz gleichermaßen behandeln auch in Deutschland unter dem Begriff der Geistigen Eigentumsrechte firmieren werden. Diese Problematik wird wohl allerdings noch einige Jahre heiß umkämpft bleiben, wenngleich wir sicher sind, dass sich diese Formulierung einfach aus praktischen Gründen auch in Deutschland durchsetzen wird.

Abschließend möchten wir für dieses Buch eine klare Empfehlung aussprechen. Insbesondere Studenten des Schwerpunktbereichs finden hier anspruchsvolle, aber klar geschriebene (!) und verständliche Lektüre, in denen der Autor es auch versteht, den Studenten akademische Glasperlenspielereien zu Gunsten relevanterer Problematiken zu ersparen – auch das ist keine Selbstverständlichkeit.

(cen)

PS: Eine weitere Rezension des Buches finden Sie bei Jurakopf.de.

Bayreuther, Frank/Sosnitza, Olaf, Fälle zum Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht, € 24,90, 2. Auflage, 2007, Beck Verlag, 213 Seiten, ISBN 978-3406548659

 
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Ein Kommentar zu “IP|Rezension: Bayreuther, Frank/Sosnitza, Olaf, Fälle zum Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht”

  1. IP|Notiz - IP|Rezension: Ansgar Ohly/Olaf Sosnitza; Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
    17. Januar 2010 14:55
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