Archiv für die Kategorie 'Medienpolicy'

The Pirate Bay: Betreiber in erster Instanz verurteilt

Freitag, 17. April 2009

Carl Lundsröm, Frerik Nej, Peter Sunde und Gottfrid Svartholm Warg wurden heute durch den Tingsrat wegen Beihilfe zu Bruch des Urheberrechts zu einer Strafe von einem Jahr Gefängnis sowie Zahlung von 30 Millionen Kronen verurteilt.

Ein Statement von Peter Sunde kann hier gesehen werden.

Ein Statement der IFPI kann hier gelesen werden.

(cen)


12.234,05 Euro – höchste Handyrechnung Deutschlands Teil 2

Dienstag, 31. März 2009

Wir hatten bereits über die Handyrechnung und die damit einhergehenden Querelen mit einem Mobilfunkanbieter berichtet.

Gibt es in der Sache als solche keinen nennenswerten Neuigkeiten (der Mobilfunkanbieter brütet noch über unserem Schriftsatz), so tut sich doch einiges innerhalb der EU. In den Verhandlungen zu einer neuen EU-Verordnung zu Mobilfunkpreisen einigten sich Europaparlament, EU-Staaten und Europäische Kommission im März auf eine Preisobergrenze für Datenübertragung. Das Parlamentsplenum stimmt Ende April über den Kompromiss ab. Vorausgesetzt die zuständigen Minister geben grünes Licht, könnte die Verordnung dann bereits am 1. Juli 2009 in Kraft treten.

Die Obergrenze läge dann bei einem Euro je Megabyte. In zwei weiteren Stufen, soll der Preis je Megabyte dann weiter gesenkt werden. Zunächst auf 80 Cent im Juli 2010 und ab 2011 weiter auf 50 Cent.

Geplant ist zudem eine Kappungsgrenze, wonach Verbraucher vereinbaren können, dass die Verbindung bspw. ab einem Betrag von Euro 50,00 automatisch getrennt wird. Damit sollen „Schock-Rechnungen“ vermieden werden, so das EU-Parlament.

Ausführliche Informationen zur geplanten Verordnung finden Sie hier.

(sjm)

12.234,05 Euro – höchste Handyrechnung Deutschlands

Mittwoch, 11. März 2009

Vor kurzem erschien in der Reportage Akte 09 ein Beitrag, der (so in etwa) mit „11.000,00 Euro – höchste Handyrechnung Deutschlands“ titelte. Nimmt man den Titel für bare Münze, so können wir nun behaupten, die höchste Handyrechnung beläuft sich nicht auf 11.000,00 Euro, sondern auf ziemlich genau 12.234,05 Euro. Sie fragen, woher wir das wissen?

Vor einiger Zeit wurden wir von einer jungen Frau mit der Wahrnehmung ihrer Interessen betraut. Die Frau arbeitet als Reinigungskraft, ist der deutschen Sprache nur sehr eingeschränkt mächtig, verfügt über nur geringes Einkommen und keinerlei Ersparnisse aber über eine Mobilfunkrechnung in Höhe von Sage und Schreibe 12.234,05 Euro.

Was war passiert? Was hat die Frau dazu getrieben, derart selbstzerstörerisch von ihrem Handy Gebrauch zu machen? Die junge Frau schloss bei einem renommierten Mobilfunktanbieter einen Mobilfunkvertrag mit Internetflatrate ab – zum monatlichen Festpreis von 25,00 Euro. Soweit so gut.

Dann aber kam der verhängnisvolle Fehler. (mehr …)

Beitrag zur ebook-Debatte

Donnerstag, 5. März 2009

Da ja bald die Büchermesse Leipzig ist, hier ein link zur Einstimmung auf das heißeste Thema der Messe, das ebook.

Library of the future oder

hier auch auf Deutsch

sowie gleich eine Replik aus Deutschland dazu:

Die elektronische Ethik

Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen – wahrscheinlich am Bildschirm, nicht auf dem Kindle.

(cen)

Wikimedia Deutschland: wer folgt dem Beispiel des Bundesarchivs?

Montag, 2. März 2009

Das Bundesarchiv hat, wie ausführlich berichtet wurde, der Wikimedia Deutschland 100.000 Bilder unter einer CC-Lizenz zur Verfügung gestellt. Ein großer Schritt vorwärts für die open-content-Bewegung, auch wenn die Bilder lediglich das Format 800×600 umfassen und auch nur einen Bruchteil des Archivs darstellen.

Nun hört man in Berlin, dass Wikimedia in Verhandlungen mit weiteren Archiven steht. Nach Geschäftsführer Sebastian Moleski soll es sich dabei um deutlich umfangreicheres Material handeln, als die 100.000 Bilder des Bundesarchivs. Um welche Archive es sich handelt, ist allerdings unklar, ebenso, wie weit die Verhandlungen im Einzelnen gediehen sind. In etwa einem Monat will sich Wikimedia voraussichtlich genauer zu dem Thema äußern. Wir drücken die Daumen.

Spannend, zu verfolgen, dass das Thema „openess“ langsam auch von den größeren Institutionen erkannt wird. Der Prozess ist langsam und mühevoll, aber wir sind sicher, dass wir hier erst den Beginn einer Entwicklung mitverfolgen, die in den nächsten Jahren noch erheblich an Fahrt gewinnen wird und insbesondere für öffentliche oder sonstige am Gemeinwohl interessierte Institutionen interessant werden wird.

(cen)

IP|Rezension: Chris Anderson, The Long Tail: Nischenprodukte statt Massenmarkt – Das Geschäft der Zukunft

Freitag, 20. Februar 2009

21p8fwogel_sl500_aa180_Dieses Buch ist natürlich in den einschlägigen Blogs und anderen Publikationen rauf- und runterbesprochen worden, eine inhaltliche Besprechung macht also wenig Sinn.  Zu dem wirklich spannenden Thema „Long Tail“ findet sich auch ein aufschlussreicher Wikipedia-Eintrag sowie auch das Blog des Autors (und Chefredakteurs des Wired-Magazine) Chris Anderson. Daher war es uns, ehrlich gesagt, zu teuer und müßig, die im Hanser Verlag erschienene Hardcover-Ausgabe zu kaufen.

Nun erscheint allerdings Anfang März die Taschenbuchausgabe im Dtv. Der Preis ist fair, das Taschenbuch lässt sich, verglichen mit dem Internet, noch immer sehr einfach in der Bahn transportieren. Und das Buch ist den Kauf durchaus wert. Zugestanden sei, dass der Leser die dort veröffentlichte These auch im Internet finden könnte, handelt es sich doch um eine der großen populären Theorien zum Thema e-Wirtschaft. Anderson fasst das Thema allerdings im Buch handlich und kompakt zusammen, es ist außerordentlich verständlich und schlau geschrieben und ist einfach ein Lesegenuss. Hinzu kommt, dass im Grunde nicht nur das Thema „Long Tail“ besprochen wird, sondern eine ganze Reihe von Untersuchungen zu Amazon & Co. diese These flankiert, die auch für sich hochinteressant sind. Dass es sich bei dem Thema, der Long-Tail-Theorie, ohnehin um eine Theorie handelt, die im Grunde jeder Bürger, der sich im neuen Medium Internet bewegt, verstanden haben sollte, bedarf ja im Grunde keiner Erwähnung.

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Chris Anderson, The Long Tail: Nischenprodukte statt Massenmarkt – das Geschäft der Zukunft, 304 Seiten, Deutscher Taschenbuch Verlag,  1. Auflage, 2009, EUR 12,90, ISBN: 978-3423345316

HULU, Sling & Co – Rechtliche Beurteilung der Umgehung einer Ländersperre durch Benutzung eines ausländischen Proxyservers

Dienstag, 27. Januar 2009

Mit Seiten wie HULU.com und Sling.com schauen Millionen Nordamerikaner ihre Lieblingsserien via Web wann immer so wollen. In Deutschland bietet MSN Movies einen ähnlichen Service, allerdings mit einem erheblich kleineren Angebot. Dies wäre für den der englischen Sprache mächtigen Deutschen, der die Serien und Filme ohnehin in ihrer Originalfassung vorzieht, kein Problem, wenn er sich die Serien und Filme auf den amerikanischen Seiten anschauen könnte. Dazu ist er allerdings nicht in der Lage, wenn er die Seiten mit seiner deutschen IP-Adresse aufruft, was wohl für die Mehrheit der deutschen Internetnutzer zutrifft. Die amerikanischen Seiten blocken nämlich die IP-Adressen aus anderen Ländern aus urheberrechtlichen Gründen. Der versierte Internetnutzer wird jedoch wissen, dass man sich mit Hilfe eines amerikanischen Proxy-Servers eine amerikanische IP-Adresse verschaffen und somit die Ländersperre umgehen kann. Der findige Internetnutzer wird diesen Weg schon nach kurzem Suchen im Web finden. Den meisten dieser Internetnutzer ist jedoch das unwohlige Gefühl gemein, nicht recht zu wissen, ob sie sich noch auf dem Pfad der Legalität bewegen. Ziel dieses Artikels ist es, diese Frage näher zu beleuchten und hoffentlich dem einen oder anderen Leser die Zweifel zu nehmen, wie auch immer das Ergebnis ausfallen mag. (mehr …)

Bundesarchiv veröffentlicht 100.000 Bilder unter Creative-Commons-Lizenz

Montag, 19. Januar 2009

Auch wenn diese Nachricht für die gut vernetzten Leser schon etwas älter sein mag, möchten wir doch auf diesen spektakulären Coup für die NGO Creative Commons hinweisen.

In der Wikimedia Commons veröffentlicht das Bundesarchiv, das visuelle „Gedächtnis“ der Bundesrepublik, ca. 100.000 Bilder zur freien Verfügung. Als „offene“ Lizenz wurde die Creative Commons CC-BY-SA verwendet, d.h., die Bilder können auch zu kommerziellen Zwecken verwendet werden (sofern jene wiederum unter dieser Lizenz stehen).

Die Zahl der Bilder erklärt sich aus dem derzeitigen (beklagenswerten) Stand der Digitalisierung des Archivs. Es ist gut vorstellbar, dass zu einem späteren Zeitpunkt weitere Bilder hinzukommen.

Unserer Ansicht nach lässt sich an diesem Beispiel recht gut ersehen, wo das besondere Potential von Creative Commons liegt, nämlich dort, wo dem Gemeinwohl dienende Organisationen publizierend tätig sind.

Mehr darüber hier.

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IPTV – wo ist die schöne neue Welt?

Montag, 5. Januar 2009

Wer die Berichte der Technikkorrespondenten der Tageszeitungen und auch die Fachaufsätze zum Thema IPTV verfolgt (zuletzt etwa Hoeren in MMR 2008, 139) fragt sich manchmal: ja wo bleibt sie denn, die neue Entertainment-Revolution?

IPTV soll vieles können: Filme werden für uns automatisch aufgenommen, wir können per Rückkanal mit unserem Programmbetreiber kommunizieren, Video on Demand sehen und und und. Nur leider ist bisher nichts davon in Sicht. Wer etwa bei Alice Kunde ist, bekommt zwar mittlerweile zu seiner Flatrate ein IPTV-Angebot quasi geschenkt. Das Angebot ist allerdings mager. Ganz normales TV auf unserem Fernsehschirm nämlich. Sofern man seine Set Top Box installiert bekommt. Hinzu kommt ein Premiere-artiges Pay-TV-Angebot und ein VoD-Service, also eine Videothek im Haus. Keine sonderlich spektakulären Neuerungen also.

Im Pay-TV fehlt natürlich zunächst einmal das, was man wirklich sehen will: die Bundesliga. Dies gibt es (mehr …)

Wetten, dass…

Montag, 29. Dezember 2008

… kein Diebstahl geistigen Eigentums vorliegt.

Zur Urheberrechtsfähigkeit von Sendeformaten und einzelnen Sendungen

Unter dem Titel „RTL greift „Wetten, dass ..?“ an“ berichtete die Financial Times Deutschland (FTD) auf Seite 28 ihrer Ausgabe vom 22. Dezember 2008 von den Plänen des Fernsehsenders RTL, im kommenden Frühjahr eine eigene Wettshow mit dem Titel „Challenge Me! Ich wette, dass ich es kann!“ zu starten. RTL riskiere deswegen Ärger mit dem ZDF. Der Mainzer Sender wolle notfalls juristisch gegen den Kölner Privatsender vorgehen, falls in dessen Programm Wetten aus dem ZDF-Klassiker „Wetten, dass..? nachgespielt werden. Nach Auffassung des ZDF sei dies Diebstahl geistigen Eigentums und werde im Zweifel von Juristen zu prüfen sein. (mehr …)