Archiv für die Kategorie 'Medienrecht'

IP|Rezension: Karl-Nikolaus Pfeifer/Tanja Dörre, Übungen im Medienrecht

Montag, 22. September 2008

Wir freuen uns, die wohl aktuellste Fallsammlung zum Medienrecht für eine Rezension vorliegen zu haben. Das Buch „Übungen im Medienrecht“ aus der „JURA“-Reihe von de Gruyter verteilt 12 Fälle auf insgesamt 213 Seiten im angenehm handlichen A5-Format. Auch der Rest des Buches ist optisch und haptisch recht gelungen. Der Einband ist stark genug, um einige Bahnfahrten ohne größere Schäden zu überleben und auch die Klebung scheint hochwertig. Das Layout ist sehr unaufgeregt gestaltet und erinnert an die Universitätsarbeiten wie Hausarbeiten oder die Falllösung der AG.

Und das ist wohl auch der Hintergrund des Buches. Es wurde am Kölner Lehrstuhl für Medienrecht und Kommunikationsrecht „entwickelt“, und die Annahme liegt nahe, dass es sich hier um die Zweitverwertung von AG-Fällen handelt. Das ist keineswegs tadelnd gemeint. Im Gegenteil sind uns in der Lehrpraxis erprobte Fälle deutlich lieber als solche, die nur (wenn überhaupt) dem Blick des Lektors standzuhalten hatten.

Die Fälle sind grob in zwei (mehr …)

Wickert klagt

Samstag, 23. August 2008

Heute möchten wir nur kurz auf einen interessanten Artikel in der FAZ hinweisen:

Ulrich Wickert reicht Klage gegen die Landesmedienanstalt Niedersachsen wegen des wenig vertrauenserweckenden Verfahrens bei der Vergabe von „Kulturfenstern“ beim Sender RTL ein.

(cen)

Ambush Marketing – Schmarotzen bei der EM

Dienstag, 17. Juni 2008

Gerade zur EM haben reguläre Sponsoren mit dem Phänomen des Ambush Marketings zu kämpfen. Darunter vesteht man sog. „Trittbrettfahrer-Marketingaktivitäten“, deren Ziel es ist, die mediale Aufmerksamkeit von Großereignissen auszunutzen, ohne selbst Sponsor zu sein. Man denke bspw. an das Phänomen, dass vor einem Fußballspiel außerhalb des Stadions Massen von gratis T-Shirts und Baseballcaps einer bestimmten und gutsichtbar angebrachten Marke an Fans verteilt werden. Dadurch wird eine enorme mediale Präsenz erreicht, springt diese Marke dem Fernsehzuschauer doch förmlich ins Gesicht, sobald die Fankurven eingeblendet werden. Der Wettbewerber, der es sich als regulärer Sponsor äußert teuer erkaufen musste, dass seine Marke auf den Schuhen und Trikots der Spieler erscheint, hat hingegen das Nachsehen.

Zu diesem Themenkomplex haben die Kollegen von J!Cast einen empfehlenswerten Podcast erstellt.

(sjm)

Wirtschaftswissenschaftler sagt: Urheberrecht ist tot

Freitag, 13. Juni 2008

Prof. Faulhaber (University of Philadelphia) mit einem Statement, das uns irritiert:

„Copyright is a very big issue in the legal world today, but in the business world, when you talk to consumers about protecting copyrights, it’s a dead issue,“ he said. „It’s gone. If you have a business model based on copyright, forget it.“

„The music industry is yet to figure this out,“ he said. „The current iTunes model is probably the best they can do. In both movies and music this is likely to result in substantially lower revenue for content owners.“ The movie studios will have an even tougher time than the music companies, according to Faulhaber, because some of the monetization models that can work for music–such as advertising–probably won’t work for full-length movies.

„Content providers will have to hook up with the conduit guys,“ Faulhaber said. „They’re the only ones in a position to monetize content online because they can control its distribution.“

(Hervorhebungen durch uns)

Wir, die wir ja irgendwie auch von Urheberrechtsfragen leben, wollen doch hoffen, dass es nicht ganz so schlecht bestellt ist um das Urheberrecht.

Mehr zum Thema hier.

(cen)

Schriftsatz an den EuGH gegen die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung

Mittwoch, 21. Mai 2008

Berufsverbände und Bürgerrechtsorganisationen aus über 11 EU – Mitgliedsstaaten fordern den EuGH mittels Schriftsatz auf, die EU-Richtlinie zur Erfassung des Telekommunikations- und Bewegungsverhalten von 494 Millionen Europäern für unvereinbar mit den Grundrechten zu erklären.

Die Organisationen nehmen dabei Bezug auf die bereits 2006 von Irland gegen die Richtlinie erhobene Nichtigkeitsklage. Neben den von Irland im Nichtigkeitsverfahren benannten formellen Gründen, soll die Richtlinie auch gegen das Grundrecht auf Achtung des Privatlebens und der Korrespondenz, das Grundrecht auf unbefangenen Meinungsäußerung und das Grundrecht der Betreiber auf Eigentumsschutz verstoßen.

Es bleibt abzuwarten, ob und wie der EuGH zu diesem Schriftsatz Stellung nehmen wird. Wir werden Sie selbstverständlich über dieses Verfahren auf dem Laufenden halten.

Den Schriftsatz finden Sie hier.

Informationen zur Nichtigkeitsklage Irlands finden Sie hier.

Pressemitteilung des Abreitskreises Vorratsdatenspeicherung vom 8.4.2008.

(sjm)

Kriminaldauerdienst online auf ZDF.de

Dienstag, 22. April 2008

Das ZDF sendet zukünftig die neue Staffel der Serie KDD – Kriminaldauerdienst, was ein Grund zu privater Freude ist – die Serie ist für deutsche Standards von ungewöhnlicher Güte und Modernität. Des Weiteren – und hier wird es wirklich erstaunlich modern – hat das ZDF sämtliche Folgen der ersten Staffel online gestellt, als kostenloses Serviceangebot.

Wir raten nicht nur zum Ansehen der Serie, sollten Sie die Zeit erübrigen können, sondern sind vielmehr auch begeistert von diesem unverhofften Schritt der alten Tante ZDF in die Modernität. Bislang standen wir den Schritten des ZDF, das mit seiner Mediathek versucht, auf den Spuren der weltweit erfolgreichen BBC zu wandeln, eher skeptisch gegenüber. Während die BBC durch die offensive Öffnung zum Internet hin zu einem Player im Internet geworden ist, sei es in Blogs, auf Youtube oder einfach nur in Bezug auf den einzelnen Nutzer, war auf der ZDF-Päsenz außer ein paar Making-Of-Beiträgen, Docu-Clips sowie der Soap Wege ins Glück erwartungsgemäß nicht mehr zu sehen. (mehr …)