Archiv für die Kategorie 'Musik'
2Raumwohnung & co. jetzt auf Napster verfügbar
Dienstag, 4. August 2009Die Welt im Musikbusiness dreht sich weiter: Wer hätte in den 90ern schon gedacht, dass Napster einen Vertrag mit einer pan-europäisch tätigen GEMA-Tochter schließen würde?
Nun ist es soweit. Napster lizenziert bei der GEMA-Tochter Celas, so dass beide Parteien einen weiteren Fortschritt vorweisen können. Während Napster Zugriff auf das EMI-Repertoire erhält, kann Celas mit diesem Deal einen Achtungserfolg vorweien. Insgesamt scheint es, als näme die Welt des Musikbusinesss im Digitalen Zeitalter langsam Gestalt an. Es bleibt allerdings festzuhalten, dass es noch an diversen Ecken (zB RM bei Napster) und Enden (zB Celas lizenziert von den großen anglo-amerikanischen Labels nur EMI) hakt. Dass die Celas mit Napster ins Geschäft gekommen ist, ist insofern kein Wunder, als beide nicht unbedingt für einen völlig liberalen Umgang mit Lizenzrechten bekannt sind. Dennoch bewegt sich das überraschend schwerfällige Gefüge Musikindustrie scheinbar voran – ob in die richtige Richtung, ob dies überhaupt noch rechtzeitige geschieht – dass alles lässt sich an diesem Geschäft nicht ablesen.
(cen)
IP|Rezension: Reinhold Kreile, Jürgen Becker, Karl Riesenhuber (Hrsg.), Recht und Praxis der GEMA
Montag, 6. Juli 2009
Zum ersten Mal wird durch dieses Buch das Recht der GEMA einer grundlegenden und ausührlichen Betrachtung unterzogen. Einen Schwerpunkt des Buches bilden Satzung, Berechtigungsvertrag sowie der Verteilungsplan der GEMA. Die Gliederung in die Kapitel Grundlagen, Organisation, Rechtsverhältnis zu Berechtigten, Rechtsbeziehungen zu Nutzern sowie GEMA-Aufsicht ist gelungen, am Ende ist eine ausführliche Tabelle mit den wichtigsten Urteilen zur GEMA zu finden. Inhaltlich ist das Buch mit geballter Fachkompetenz ausgestattet.
Besonders lobenswert ist allerdings, dass durch diese Veröffentlichung ein wenig Transparenz in das geradezu babylonische Recht der GEMA einzieht. Das überaus komplexe System GEMA wird hier – nun, es wäre übertrieben zu sagen, allgemeinverständlich, doch zumindest ausführlich und präzise erläutert. In Zeiten, in denen die GEMA ja scharf unter Beschuss ist – von der EU-Kommission, von ihren eigenen Mitgliedern, von Bloggern sowieso, ist es nur zu begrüßen, dass sich die Autoren die Mühe machen, einen Beitrag zur Aufklärung der Öffentlichkeit zu leisten. (weiterlesen…)
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Montag, 27. April 2009Wir haben heute zum ersten Mal den neuen Amazon-mp3-Service ausprobiert. Das Resultat: Die neue Depeche-Mode-Scheibe ist mittlerweile auf dem Rechner angekommen. Ganz legal, DRM-frei und zum fairen Preis von knapp 5 Euro. So sieht sie also aus, die Alternative zu iTunes und eMule. Der Kauf und Download des Albums hat insg. ca. 5 Minuten gedauert, ein sehr einfaches und transparentes System. Einziger Kritikpunkt: es wäre schöner gewesen, hätte man sich nicht die Amazon-Download-Software auf den Rechner holen müssen, lieber wäre es uns gewesen, hätte man jeden x-beliebigen torrent-Dienst nutzen können.
Damit erschöpft sich allerdings schon unsere Kritik, insgesamt sind wir sehr zufrieden. Leider werden die Preise nicht so bleiben, hierbei handelt es sich um Promotion. Bei einem Preis von meist 0,98 Euro pro Song muss man sich natürlich überlegen, ob man nicht statt dessen das Internetradio anstellt. Insgesamt sind wir allerdings sehr froh, dass sich hier mal etwas tut, auf dem Markt.
Hier geht es zum Musikdienst von Amazon.
(cen)
BGH: Eingeschränkter Abschlusszwang der GEMA
Sonntag, 26. April 2009Der u. a. für das Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat gestern entschieden, dass die Verwertungsgesellschaft GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) von ihrer Pflicht nach § 11 Abs. 1 des Urheberrechtswahrnehmungsgesetzes (UrhWG), aufgrund der von ihr wahrgenommenen Rechte jedermann auf Verlangen zu angemessenen Bedingungen Nutzungsrechte einzuräumen, in Ausnahmefällen befreit ist.
In dem vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall hatte die Klägerin bei der GEMA, die Rechte der Komponisten, Textdichter und Musikverlage an Musikwerken wahrnimmt, beantragt, ihr die Nutzungsrechte an zwölf Musikstücken einzuräumen, die 1993 in den USA von der Klägerin mit dem Sänger Xavier Naidoo aufgenommen worden waren. Xavier Naidoo war an dem Rechtsstreit als Streithelfer auf Seiten der GEMA beteiligt. Die Klägerin beabsichtigte, eine CD mit diesen Musikstücken herzustellen und zu vertreiben. Dazu benötigte sie neben den Rechten, die in der Person von Xavier Naidoo in seiner Eigenschaft als Komponist und Textdichter dieser Musiktitel entstanden sind und die von der GEMA wahrgenommen werden, auch die urheberrechtlichen Leistungsschutzrechte, die Xavier Naidoo als Sänger dieser Musikaufnahmen zustehen. Diese Leistungsschutzrechte werden von der GEMA nicht wahrgenommen. Die Klägerin war der Ansicht, sie habe die entsprechenden Leistungsschutzrechte bereits durch einen mit Xavier Naidoo im Jahre 1993 geschlossenen Künstlerexklusivvertrag erworben. Xavier Naidoo und die GEMA haben dagegen geltend gemacht, dieser Vertrag sei wegen einer sittenwidrigen Übervorteilung Xavier Naidoos nichtig. Die GEMA hat sich daher geweigert, der Klägerin die verlangten Nutzungsrechte einzuräumen. (weiterlesen…)
Gorny: 1000 Abmahnungen pro Monat
Montag, 23. März 2009Laut einem Bericht von Welt Online plant die Musikindustrie, das Instrument des zivilrechtlichen Auskunftsanspruchs ausführlich zu nutzen. Bis zu 1000 Abmahnungen sollen pro Monat verschickt werden, um die Nutzer von den Nachteilen des Filesharing zu überzeugen, so die Welt Online in diesem Artikel. Musikindustrie vs. Filesharer geht also in die nächste Runde, wir werden berichten.
(cen)
Strafbarkeitsfalle auf dem Weg zur Arbeit
Freitag, 13. März 2009Hamburg, U-Bahnstation Hauptbahnhof Süd. 9.10 Uhr* – leider schon wieder viel zu spät. Warten auf die U3 Richtung Barmbek. Ausnahmsweise nicht in den ersten Wagon eingestiegen, sondern in den zweiten. Grund: Erster Wagon wird von ramponiert aussehendem Duo betreten. Meine U-Bahnfahrt-Erfahrung lehrt: wegen der Gefahr verbaler und olfaktorischer Belästigungen lieber in einen anderen Wagon einsteigen. Nächste Station: Mönckebergstraße. Duo betritt meinen Wagon. Person 1 – die Inkarnation des Weihnachtsmannes – hat einen offenen Lederbeutel in der Hand. Ein Verdacht keimt in mir auf. Person 2 trägt eine Gitarre in der Hand. Anfangsverdacht steigert sich zu dringendem Verdacht. Als Person 1 mit Weihnachtsmannstimme sagt: “It’s time for entertainment” erwarte ich Schlimmes und werde, wie sehr häufig, positiv überrascht. (weiterlesen…)
Soundtracks zu teuer für DVD-Veröffentlichungen
Dienstag, 10. Februar 2009Oft können oder wollen sich die Studios die Lizenzgebühren für den Original-Soundtrack auf der Kauf-DVD nicht leisten. Bei den Kollegen von den 5 Filmfreunden ist dieses Problem anschaulich aus der Sicht des Konsumenten beschrieben.
(cen)
Musik zum Pauschalpreis – Musikflatrate fürs Handy
Montag, 29. September 2008Am 25.9.2008 berichtete die “Welt Kompakt” über den neuen Musikdienst des Handyherstellers Sony Ericsson, der noch in diesem Jahr in Schweden und Anfang 2009 in anderen westeuropäischen Ländern starten soll. Danach sollen Handybesitzer gegen eine monatliche Grundgebühr erstmalig beliebig viel Musik auf ihr Handy laden können. Sony konnte für seinen neuen Musikdienst alle vier großen Musikfirmen (Universal, SonyBMG, EMI und Warner) gewinnen. Der Dienst wird ca. 10 Euro monatlich kosten.
(sjm)
Wal-Mart lässt Downloadmusik verfallen
Montag, 29. September 2008Die Downloadplattform IN2MOVIES hat ihren Betrieb bereits zum 11. Juni 2008 eingestellt. Wie Spiegel Online gestern berichtete, wird nun auch Wal-Mart seine Downloadmusik verfallen lassen. Während die bei IN2MOVIES erworbenen Filme aufgrund des DRM nach Betriebseinstellung gänzlich wertlos wurden, verfällt die bei Wal-Mart erworbene Musik beim nächsten PC-Wechsel der Kunden “nur”.
(sjm)