Archiv für die Kategorie 'Musik'

Musik zum Pauschalpreis – Musikflatrate fürs Handy

Montag, 29. September 2008

Am 25.9.2008 berichtete die “Welt Kompakt” über den neuen Musikdienst des Handyherstellers Sony Ericsson, der noch in diesem Jahr in Schweden und Anfang 2009 in anderen westeuropäischen Ländern starten soll. Danach sollen Handybesitzer gegen eine monatliche Grundgebühr erstmalig beliebig viel Musik auf ihr Handy laden können. Sony konnte für seinen neuen Musikdienst alle vier großen Musikfirmen (Universal, SonyBMG, EMI und Warner) gewinnen. Der Dienst wird ca. 10 Euro monatlich kosten.

(sjm)

Wal-Mart lässt Downloadmusik verfallen

Montag, 29. September 2008

Die Downloadplattform IN2MOVIES hat ihren Betrieb bereits zum  11. Juni 2008 eingestellt.  Wie Spiegel Online gestern berichtete, wird nun auch Wal-Mart seine Downloadmusik verfallen lassen. Während die bei IN2MOVIES erworbenen Filme aufgrund des DRM nach Betriebseinstellung gänzlich wertlos wurden, verfällt die bei Wal-Mart erworbene Musik beim nächsten PC-Wechsel der Kunden “nur”.

(sjm)

Johannes Kreidlers “product placements”

Dienstag, 19. August 2008

Der bekannte Avantgarde-Komponist Johannes Kreidler hat durch eine Aktion zum Thema Urheberrechte auf sich aufmerksam gemacht.

In der Anmeldung seines neuen Stückes “product placement” mit einer Gesamtlänge von 33 Sekunden möchte er 70200 Referenzen auf andere Stücke angeben. Hintergrund ist, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Künstler, von denen ein Musiker “abschreibt”, an den Tantiemen beteiligt werden. Dass dies hier nicht der Fall sein kann, da schon eine gewisse kritische Menge an Tonalität zusammen kommen muss, damit die GEMA sich damit befasst, spielt hierbei nur eine geringere Rolle. Hauptaussage der Aktion ist die Kritik Kreidlers, dass in der Neuen Musik (wie in der gesamten Musik), insbesondere in Zeiten, in denen Musik computerunterstützt hergestellt wird, eine Komposition ohne Referenzen undenkbar ist. Das Urheberrecht spiegele diese Entwicklung nicht im notwendigen Maße wieder. Damit trifft er natürlich einen empfindlichen Nerv des Urheberrechts, das in der Tat mit den neueren, auf Sampling oder Remixing bzw. auch Zitat beruhenden Formen der Songdichtung Probleme hat.

Hier geht es zur Website Kreidlers.

(cen)

(via)

Musikindustrie: Dieter Gorny warnt vor Europas Untergang

Mittwoch, 13. August 2008

Nachfolgender Artikel ist vor wenigen Stunden bei “WELT ONLINE” erschienen:

Als Gründer des Senders Viva und der Musikmesse Popkomm gehört er zu den wichtigsten Figuren der deutschen Musiklandschaft. Jetzt fordert Dieter Gorny, den Umgang mit Urheberrecht und Downloads zu überdenken. Im Gespräch mit WELT ONLINE sagt er auch anderen Medien große Krisen vorraus.

Lesen Sie den vollständigen Artikel.

(sjm)

Filesharingnutzerin droht mit negativer Feststellungsklage…

Donnerstag, 24. Juli 2008

Wir hatten bereits wiederholt auf die Möglichkeit der negativen Feststellungsklage hingwiesen.

Die negative Feststellungsklage ist ein Verteidigungsmittel des Abgemahnten, mittels derer einer möglichen Klage zuvorgekommen werden kann. Dies hat insbesondere im Hinblick auf die divergierende Rechtsprechung der Gerichte den Vorteil, dass der Abgemahnte u. U. ein Gericht mit einer für ihn günstigen Rechtsprechung auswählen kann.

Die Erfahrung in der Praxis zeigt jedoch, dass Mandanten regelmäßig nicht bereit sind, das Risiko einer Klage einzugehen. Heise Online hat nun vor einigen Tagen über einen Fall berichtet, in dem eine Filesharingnutzerin die Beweise einer “Abmahnkanzlei” in Frage stellte und ihrerseits die Gegenseite aufforderte, die Anschuldigungen und die damit einhergehenden Forderungen zu widerrufen – andernfalls droht die Filesharingnutzerin mit einer negativen Feststellungsklage. (Auch auf die Beweisschwierigkeiten bei Copyrightverletzungen hatten wir bereits hingewiesen.)

Wir werden unsere Leser über diesen (seltenen) Fall auf dem Laufenden halten.

(sjm)

3 Millionen Euro Streitwert für 300 Lieder…

Dienstag, 8. Juli 2008

Zwischen Hochzeit und Vortragsvorbereitung möchten wir in aller Kürze auf einen Artikel bei “gulli” hinweisen. Wir hatten uns vor einiger Zeit bereits einmal kurz über die Streitwerte bei Musiktauschbörsen geäußert. Nun scheint es Kollegen zu geben, die bei 300 Lieder einen Streitwert von 3 Millionen Euro annehmen.

Vor einiger Zeit war ich auf Abgemahntenseite mit einem Mandat befasst, bei dem es um 3700 Musikdateien ging. Legt man die Berechnungsmethode der Kollegen zu Grunde, käme man auf einen Streitwert von 36 Millionen (!) Euro. Eine negative Feststellungsklage läge in einem solchen Fall doch nahe. Man kann den Kollegen nur raten, bei der Abmahnung keine Fehler zu machen – sonst kann es auch auf der anderen Seite schnell einmal teuer werden… Dass solche Fehler im Massengeschäft schnell unterlaufen, zeigt die Entscheidung des LG Stuttgart.

(sjm)

Verlängerung der Schutzfrist von Musikaufnahmen

Donnerstag, 26. Juni 2008

Wir wollen unseren Lesern einen informativen Artikel der Kollegen von “gulli” empfehlen. Der Artikel titelt mit “Experten warnen vor Verlängerung der Schutzfristen” und beleuchtet die gegenwärtig auf EU-Ebene stattfindende Diskussion über die Verlängerung von Schutzfristen für geistiges Eigentum.

(sjm)

ccMixter abzugeben / Zur Problematik des Sampling

Samstag, 14. Juni 2008

Creative Commons möchte seine schöne Seite ccMixter abgeben. Auf der Seite können DJs Samples abrufen, (die dort wiederum von anderen eingestellt werden können) ohne befürchten zu müssen, Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Die kostspielige Lizensierung von Samples ist ein immer größeres Problem für hobby-Künstler, letzlich seit der Rechtssprechung des U.S. Supreme Court (Bridgeport Music, Inc. v. Dimension Films 410 F.3d 792, 802 (6th Cir. 2005), welches die kreative Schaffenskraft moderner Musik, die zu großen Teilen auf Sampling-Verfahren aufbaut, zu lähmen droht. Der Supreme Court hatte in diesem Urteil erstmals erkannt, dass Samples nicht unter die Urheberrechts-Schranke des sog. deminutive Work fallen, also nicht einfach benutzt werden dürfen, weil die Samplings zu kurz sind, um ein Urheberrecht zu begründen. Unserer bescheidenen Ansicht nach ein katastrophales Fehlurteil, das die Musikbranche in den letzten Jahren erstaunlich unkreativ hat werden lassen und sicher Mitverantwortung für den Erfolg von Elektro-Einflüssen etwa im Hip-Hop ist, denn die Elektro-beats und -sounds lassen sich auch im Studio einspielen, was teure Lizenzgebühren spart.

Diese Probleme haben in letzter Zeit nocheinmal eine neue Qualität angenommen, seit Firmen (sog. copyright-trolle) sich darauf (weiterlesen …)

Trent Reznor on “alles umsonst”

Montag, 9. Juni 2008

In der NY Times erschien heute ein Artikel über Trent Reznor, der die Band Nine Inch Nails leitet/darstellt. Es ist im Grunde ein Bericht über dessen Aktivitäten im Netz, also das freie Zurverfügungstellen von Alben, von Material, von selbstproduzierten Filmen etc.

Ein sehr positiver Artikel über einen Künstler, der an der Frontlinie der Netzentwicklung steht, der die Dinge umsetzt, die Piracy- und Netz-Philosophen (wie Cory Doctorow u.a. bei uns) schon lange fordern: Tauch ein in die neue Welt oder geh früher oder später unter.

Gewisse Ausschnitte haben nun ihren Weg in die Blogs gefunden, hier (pars pro toto) bei netzwertig.com, letztlich mit der Aussage unterlegt, andere Kreative sollten sich doch ein Beispiel an Trent Reznor nehmen.

Hier das Fazit von netzwertig.com:

Reznors Erkenntnis erinnert ein wenig an Kellys 1000-Fans-Prinzip. Ist die Masse an Leuten, die dein Produkt/Angebot/Brand kennen, erstmal groß genug, ist auch die Teilmenge der Zahlungswilligen größer, als es sie mit der althergebrachten herkömmlichen Distribution wahrscheinlich jemals gewesen wäre. Internet macht’s möglich.

Was dabei aber gern überlesen wird, ist folgende Aussage Reznors:

“It’s all out there,” he added. “I don’t agree that it should be free, but it is free, and you can either accept it or you can put your head in the sand.”

Ich möchte dabei die Aufmerksamkeit des geneigten Lesers auf “I don´t agree it should be free” lenken. Reznor führt das (weiterlesen …)

Großbritannien: Verhaftungen von Tauschbörsen-Nutzern

Sonntag, 8. Juni 2008

In Großbritannien wurden mehrere Nutzer der – bereits abgeschalteten – Tauschbörse OiNK verhaftet. OiNK war ein so genannter Torrent Tracker. Besonders übel war den Ermittlern aufgestoßen, dass dort viel Material getauscht wurde, das noch nicht im Handel erhältlich war.

Interessant ist, dass auf OiNK wohl auch viele legale Angebote zu finden waren, von Bands, die OiNK als exklusive Release-Quelle nutzten – dies sei allerdings von den Betreibern der Website nicht gewünscht gewesen, so ist es in den Kommentaren auf golem.de zu lesen.

(via)

(cen)