Archiv für die Kategorie 'IP|Rezension'

IP|Rezension: Nochmals zu Nirk

Samstag, 8. Januar 2011

In unserer letzten Besprechung zu Nirk, Geschmacksmusterrecht, Urheberrecht, Designlaw, müssen wir doch noch ein Postskriptum hinzufügen. Das Buch ist für den stolzen Preis (knapp 25,00 Euro für die paar Seiten) mit einer enttäuschenden Papierqualität gesegnet. Knicke oder Risse schleichen sich schnell ein. Es sollte auch hinzugefügt werden, dass wir auch vom Inhalt nicht absolut überzeugt sind. Für den Preis lässt sich besseres finden. Außer! es handelt sich, wie schon in der Rezension bemerkt, um Studenten, denen es wirklich um Designrecht geht, hierfür ist das Buch vielleicht lohnenswert.

IP|Rezension: Peter Raue; Jan Hegemann (Hrsg.), Münchener Anwalts Handbuch Urheber- und Medienrecht

Samstag, 8. Januar 2011

Das neue Müncher Anwalts Handbuch Urheber- und Medienrecht ist ein gutes, lohnendes Buch: Das kann so gesagt werden. In einem verlegerischen Umfeld, wo es kaum noch Lücken gibt, die im Bereich der juristischen Literatur noch zu füllen wären, ist dieses Buch eines, das man wirklich zur Anschaffung empfehlen kann.

Die Themen sind, dem Titel entsprechend, weit gefächert – von Musikverlagsrecht über Medienkartellrecht bis hin zum Markenschutz sind viele Themen vertreten, die in der anwaltlichen oder Justiziarspraxis so auftauchen können, wenn es um die Beratung von Medienunternehmen geht. Dass ein solches Buch nie völlig vollständig sein kann, ist klar. Die wichtigen Themen sind allerdings enthalten – die langjährige Berufserfahrung von Peter Raue und Jan Hegemann zahlt sich hier sicher aus – und sind in ausreichender Breite geschildert. Besonders gefällt dabei die stete Konzentration auf die Praxis. Kaum ein Beitrag, der zu sehr ins Wissenschaftliche, wenig Anwendbare abdriftet. Hier hat sich die Auswahl der Bearbeiter, die sich großenteils aus Rechtsanwälten zusammensetzt, bezahlt gemacht. Gut gefallen auch die zahlreichen Praxistipps und insbesondere die Vorlagen, die manchem jungen Anwalt sicher sehr zupass kommen werden.

Die Buchqualität selbst ist außerordentlich befriedigend. Ein schönes Druckbild, hohe Qualität der Seiten, insgesamt macht das Buch einen hochwertigen Eindruck.

Man kann dem Buch also ein großes Lob aussprechen. Eine Anmerkung sei allerdings gestattet: Dass das Buch in großen Teilen durch die Anwälte einer einzigen Kanzlei erstellt wurde, mag praktisch sein, lässt unserer Meinung nach aber doch die Frage offen: Haben die Herausgeber sich hier wirklich um die absolut besten Autoren bemüht? Oder die Arbeit doch aus Gründen der Machbarkeit einfach im eigenen Hause behalten? Die erreichte Qualität gibt dem Buch Recht. Dennoch sollte ein Herausgeber unserer Meinung nach darauf achten, dass solche Fragen gar nicht erst aufkommen.

Peter Raue, Jan Hegemann (Hrsg.), Münchener Anwalts Handbuch Urheber- und Medienrecht, Verlag C.H. Beck, 1. Auflage München 2011, EUR 148,00, ISBN 978-3-406-60450-8

IP|Rezension: Walter Zimmermann, ZPO-Fallrepetitorium

Dienstag, 7. Dezember 2010

Eigentlich passt das Buch nicht ganz in unser Spektrum, könnte man denken, ist doch die ZPO nicht unbedingt „grün“. Allerdings wird auch umgekeht ein Schuh daraus: ohne solide ZPO-Kenntnisse ist natürlich alles nichts.Insofern lohnt es sich, hier ein wenig Wissen zu vertiefen. Das ZPO-Fallrepetitorium von Zimmermann ist dafür gut geeignet. Sowohl für Studenten als auch für Referendare, denn dank eines abgestuften Schwierigkeitssystems kann sich jeder das passende heraussuchen – aus wohlgemerkt ca. 600 Fällen! Danach, denken wir, ist man doch recht gut vorbereitet auf die ZPO-Probleme, die da kommen mögen. Man muss nicht einmal alle durchlesen, denn manche gehen schon sehr ins Abseitige. So oder so, Kaufempfehlung wegen hohen Praxisfaktors!

Walter Zimmermann, ZPO-Fallrepetitiorium, C.F.Müller Verlag, 447 Seiten, 29,95 Euro, ISBN: 978-3-8114-3471-5

Wolfgang Berlit, Markenrecht

Montag, 20. September 2010

Wolfgang Berlit legt die nunmehr 8. Auflage seines Standard-Lehrbuchs zum Markenrecht vor. Das Buch selbst macht einen hervorragenden Eindruck, die Bindung ist hochwertig, das Druckbild ist ebenfalls gut. Die Entscheidung, das Buch ohne Fußnoten auskommen zu lassen ist hingegen gewöhnungsbedürftig. Zwar wird der Leser durch eine vorbildliche Entscheidungssammlung am Ende des Buches getröstet. Dennoch geht natürlich eine ganze Sub-Ebene an Ergänzungen verloren. Das Buch ist dadurch natürlich schneller lesbar. Und das ist wohl auch Sinn der Reihe „Praxis des Gewerblichen Rechtsschutzes und Urheberrechts”, in welcher dieses Buch erscheint. Der Autor selbst, der ja ebenfalls aus der Praxis kommt, verzichtet denn auch auf akademische Glasperlenspielerei zugunsten klarer Ansagen, die sich primär an höchstrichterlichen Entscheidungen orientieren. Das klappt im Markenrecht auch besonders gut.

Unser Gefühl ist stets gewesen, dass sich das Rechtsgebiet sehr gut an den Entscheidungen der Gerichte erschließen lässt. Insofern ist dieser Ansatz auch problemlos durchführbar. Im Buch ist freilich eine starke Orientierung hin zu den europäischen Entscheidungen zu erkennen, was der Dogmatik dieses Rechtssystems durchaus entspricht. Umso erfreulicher, dass auch die „Gemeinschaftsmarke“ mittlerweile umfangreiche Berücksichtigung im Buch findet Unserem Geschmack gemäß hätte auch das Kapitel „Markenübertragung und Lizenz” (das es immerhin lobenswerter Weise gibt) einige Seiten mehr vertragen können. Insgesamt ist das Buch aber gehörig gewachsen, von etwa 460 Seiten der Vorauflage auf nunmehr 500. (mehr …)

IP|Rezension: Matthias Pierson; Thomas Ahrens; Karsten Fischer, Recht des geistigen Eigentums

Dienstag, 31. August 2010

Im „Recht des geistigen Eigentums“ finden wir eine Gesamtdarstellung des IP-Law, inklusive des Rechtsbereichs Urheberrecht. Es handelt sich um die zweite Auflage, EPÜ 2000, UWG-Reform 2004, GeschmacksmusterG, Durchsetzungsgesetz sowie die beiden „Körbe“ des UrhG sind enthalten.

Das Buch ist gut geschrieben, mit interessanten Abbildungen versehen (zu wenige! Siehe nur die schöne Grafik zum Thema „Benutzungsschonfrist und Zeiträume der rechtserhaltenden Benutzun auf S. 222) und beschränkt sich im Wesentlichen auf die Wiedergabe und Zusammenfassung des bekannten Wissens. Es ist insofern kein „großes“ Lehrbuch, das rechtsfortbildend oder meinungslastig wirkt, sondern eher ein Werk, das jeder Student ruhigen Gewissens lesen kann, ohne Sorgen haben zu müssen, zu sehr in Mindermeinungsfallen zu tappen.

Das Buch richtet sich nicht ausschließlich an Juristen. Insofern sind besonders die Darstellungen der technischen Schutzrechte gelungen und ausführlich. Einziger Kritikpunkt könnte die Ausführlichkeit des Buches sein: mit knapp 480 Seiten ist es schon ein ziemlicher Brummer, der viele Studenten abschrecken könnte. Insgesamt aber eine sehr solide Arbeit, die aber überraschend wenig verbreitet ist.

IP|Rezension: Ansgar Oly, Fälle zum Recht des geistigen Eigentums

Freitag, 27. August 2010

Ansgar Oly präsentiert mit diesem Fallbuch eine völlige Neuerscheinung im Rahmen der Reihe „Juristische Fall-Lösungen“ bei C.H. Beck. Sämtliche wichtigen Fächer des Gewerbl. Rechtsschutzes sind vertreten, wobei Urheberrecht und Markenrecht den größten Teil einnehmen. Etwas weniger präsent ist das Patentrecht, dem aber immerhin vier Fälle gewidmet sind (Formsteineinwand, Pantentvindikation, Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen etc.). Ein Fall ist dem Deisgnrecht gewidmet, den Abschluss bildet ein „Klausurfall“, der es in sich hat.

Die Fälle sind allesamt nicht sonderlich lang gehalten (bis auf den Klausurfall) und zeichnen sich durch eine starke Konzentration auf die Gliederung aus. Dadurch wird dieser wichtige Aspekt ansprechend betont – Studenten werden die vielen Schemata zu schätzen wissen. Die Fälle sind in der Regel bekannten Urteilen nachgebildet (etwa Libertel im Markenrecht), so dass die wichtigen Probleme der Rechtsbereiche gut abgedeckt werden.

Letztlich lässt sich sagen, dass „Fälle zum Recht des geistigen Eigentums“ das Rad nicht neu erfindet, aber eine absolut sichere Empfehlung für Studenten der entsprechenden Schwerpunktfächer darstellen dürfte. Nach der Lektüre dieses Buches sollte da nicht mehr viel schiefgehen.

Ansgar Oly, Fälle zum Recht des geistigen Eigentums, 177 Seiten, 24,95 EUR, C.H. Beck, ISBN: 978-3406586408

IP|Rezension: Martin Gläser, Medienmanagement

Dienstag, 24. August 2010

Der Stuttgarter Professor Martin Gläser legt mit „Medienmanagement“ die zweite Auflage dieses Handbuchs zum treffend betitelten Thema vor. Das Buch versteht sich als Nachschlagewerk, aber auch als betriebswirtschaftliches Lehrbuch. Als letzteres ist es für uns Juristen wohl zumeist unbrauchtbar. Viel Zeit würde es kosten, sich das wirkliche betriebswirtschaftliche Verständnis der Medienindustrie zu erarbeiten. Wer diese investiert: großartig. Für die übrigen dürfte jedoch Teil B des Buches besonders interessant sein: hier werden „Medienunternehmen als Gegenstand“ besprochen. Insbesondere Teil II und III (merkwürdigerweise fängt Teil B mit röm. II an) , „Medienunternehmen und ihr Umfeld“ und „Leistungs- und Finanzprozesse“ dürften für Juristen, die Medienunternehmen beraten, recht interessant sein: Übersichten über Medienmärkte, Produkte, Rahmenbedingungen und vieles mehr geben einen guten Einstieg in das wirtschaftliche Umfeld, das Juristen in der Ausbildung ja leider nicht vermittelt wird – diese Kenntnisse werden aber erwartet, ist man einmal in das Fahrwasser der Realwirtschaft gekommen.

Zuletzt ist auch Teil C potentiell interessant: hier geht es um die Führung des Unternehmens, das Management. Für Juristen in Führungspositionen von Medienunternehmen – etwa das einköpfige Justiziariat, das ja gern dem Bereich der Geschäftsführung zugeordnet wird – bietet sich hier ein guter Crash-Kurs in den wichtigsten Themen, von Unternehmensethik bis zu Unternehmensverfassung, alles Themen, die auch für Juristen relevant werden können.

Gefällig sind übrigens auch die vielen Schaubilder. Bei juristischer Lektüre nicht unbedingt üblich, ist dies im BWL-Bereich Gang und Gäbe, da könnten sich einige Jura-Professoren eine Scheibe abschneiden. Auch mit weiterführender Lektüre wird nicht gespart.

IP|Rezension: Rudolf A. Nirk, Geschmacksmusterrecht, Urheberrecht, Designlaw

Donnerstag, 22. Juli 2010

In der Reihe „Start ins Rechtsgebiet“ hat C.F. Müller nun das o.g. Werk herausgebracht. Das Werk richtet sich – das ist recht offensichtlich – nicht wirklich an Rechtsanwälte des IP-Rechts. Vielmehr füllt es eine Lücke, wir denken, vor allem für Studenten anderer, kreativer Fachrichtungen, die sich ein konzises Lehrbuch für ihre Rechtsvorlesung wünschen. Hier dreht sich im Grunde alles um das „kleine“ Schutzrecht des Geschmacksmusters, auch das Urheberrecht kommt nicht zu kurz und zuletzt wird auch angesprochen, wie sich „Design“ am besten schützen lässt (auch das Markenrecht kommt hier zu Wort). Für Anwälte also, die Mandanten aus der Kreativbranche haben oder eben für die Kreativen selbst wird hier ein Lehrbuch präsentiert, das deren Wünschen entspricht. Die Frage bleibt natürlich, ob hier nicht so etwas wie ein Praxishandbuch sinnvoller wäre. Für die eine Rechtsvorlesung für Fachfremde an Kunsthochschulen etc. allerdings ist das Buch genau das Richtige.

IP|Rezension: Volker Boehme-Neßler, Die Öffentlichkeit als Richter?

Dienstag, 29. Juni 2010

Volker Böhme-Neßler hat mit dem 184-seitigen Buch, im Nomos-Verlag erschienen, eine gute Tat vollbracht: Er hat die Debatte um den wattigen Litigation-PR-Begriff endlich ein wenig voran gebracht. Als Herausgeber hat er in „Die Öffentlichkeit als Richter“ quasi alles versammelt, was derzeit Rang und Namen hat. Die unvermeidliche Gisela Friedrichsen berichtet über ihre Erfahrungen, Jan Mönikes und natürlich Uwe Wolff, aber auch etwa Rudolf Gerhardt sind mit dabei. Damit gibt das Buch eine gute Übersicht über die verschiedenen Debattenstränge, Richter, Anwälte, Journalisten und PR-Berater kommen zu Wort.

Dabei ist die Qualität der Aufsätze natürlich etwas gemischt. Manche mögen eine gute Einführung in den Sachstand geben – was üblicherweise der Käufer eines solchen Buches nicht mehr nötig hat (so etwa der – immerhin sehr gut geschriebene – Artikel von Jahn). Deutlich interessanter sind die Beobachtungen der Protagonisten des Litigation-PR-Geschehens: Hier sind mit dem Artikel von Brigitte Koppenhöfer, „Als Richterin im Zentrum des Mediensturms. Justiz und Medien, dargestellt am Beispiel des sog. Mannesmann-Verfahrens“ und insbesondere dem Artikel von Mönikes und Wettberg zum Fall Tauss gute Beiträge enthalten. Insbesondere der Tauss-Artikel sticht heraus als Beitrag, der deutlich über dieses Buch hinausweist und eigentlich ein größeres Forum verdient hätte. Daher verlinken wir an dieser Stelle noch einmal zur Website von Jan Mönikes, wo er frei erhältlich ist. (mehr …)

IP|Rezension: Arthur-Axel Wandtke, Winfried Bullinger: Praxiskommentar zum Urheberrecht

Dienstag, 30. März 2010

Die 3. Auflage des beck’schen „Praxiskommentars“ zum Urheberrecht von Wandtke/Bullinger ist nun erschienen. Die Autoren haben also in letzter Zeit durchaus Arbeit in die nötige Aktualisierung ihrer beiden Werke gesteckt – das „Fallbuch“, das die beiden Berliner Autoren betreuen, ist ja letztens ebenfalls in neuer und deutlich erweiterter Auflage erschienen.

Jetzt also auch der Praxiskommentar. Dieser hat sich in der recht kurzen Zeit seines Bestehens bereits zu einem Standardkommentar gemausert. Dies dürfte auch daran liegen, dass Beck Online auf das Buch zurückgreift. Wer also etwa im Rahmen des Pakets Gewerblicher Rechtsschutz auch das Urheberrecht abonniert hat, ist bestens vertraut mit dem Buch. (mehr …)