Archiv für die Kategorie 'IP|Rezension'

IP|Rezension: Paul Torremans, Copyright Law

Montag, 22. März 2010

Paul Torremans, Professor in Nottingham und Mitglied von CLIP, hat mit Copyright Law eine wunderbare Essay-Sammlung veröffentlicht, die leider in Deutschland nicht die Aufmerksamkeit erfahren wird, welche sie verdient hätte: eine typische Erfahrung englischsprachiger Publikationen in deutschen Bibliotheken. Dabei ist die Riege der Autoren höchstklassig: Silke von Lewinski, Reto Hilty, Jan Rosén, um nur einige zu nennen. Auch für das MPI in München dürfte die Publikation eine Ehre sein, sind doch nicht nur die drei genannten, sondern noch weitere Autoren mit diesem verbunden – vielleicht wird dem Buch ja dadurch einige Aufmerksamkeit geschenkt. Das Werk hat spannende Themen zu bieten, wie u.a. on-line teaching and copyright, adequate protection of folklore, draw me a public domain. Natürlich waren auch einige Themen dabei die zumindest uns nicht gleichermaßen interessiert haben (z.B. alternative dispute resolution – a remedy for soothing tensions between technological measures and exceptions?), aber das ist in einer solchen Sammlung unvermeidlich und letztlich natürlich auch nur von persönlichen Interessenschwerpunkten abhängig. Für interessierte Akademiker ist das Buch also eine Erwägung wert – der Praktiker wird allerdings zugegeben eher weniger nutzen daraus ziehen.

Torremans, Paul (Hrsg.), Copyright Law, A Handbook of Contemporary Research, 544 Seiten, Edward Elgar Publishing Ltd, 1. Auflage, 2009, ISBN 978-1848447097.

Arthur-Axel Wandtke / Winfried Bullinger / Marcus von Welser (Hrsg.), Fallsammlung zum Urheber- und Medienrecht

Montag, 15. Februar 2010

Immerhin 45 Fälle mit Musterlösungen bietet die 3. Auflage der Fallsammlung zum Urheber- und Medienrecht. Das Buch lässt sich – dem Titel folgend – grundsätzlich in zwei verschiedene Teile teilen, dem Urheberrecht, wo es hauptsächlich um die Klassiker Werkbegriff, Schutzumfang, Schranken, Urhebervertragsrecht sowie etwas ausgefallenere Stoffe wie Leistungsschutzrechte, internationales und europäisches Urheberrecht und auch Abgrenzungsfragen geht.

Das Medienrecht beschäftigt sich sowohl mit dem Presserecht als auch mit öffentlich-rechtlichen Thematiken, was der grundsätzlich eher zivilrechtlichen Ausrichtung des Buches einen gewissen „Twist“ verleiht. Geschuldet ist die Aufnahme des Medienrechts in das ehemals Fallbuch zum Urheberrecht der Tatsache, dass die Autoren auch werdende Fachanwälte für Urheber- und Medienrecht ansprechen möchten. Man hat daher dieser Erweiterung durchaus Raum geschenkt, sich auch explizit an § 14j FAO orientiert und den Schwierigkeitsgrad entsprechend gewählt. Dies lässt sich auch gleich lobend hervorheben: Der Schwierigkeitsgrad schwankt von Fall zu Fall, ist aber keinesfalls zu einfach geraten. Ist ein Fällchen wie Fall 22 zum Panoramarecht noch einfach zu lösen, darf man sich in anderen Fällen auch mit Strafbarkeitsfragen oder Abgrenzungsfragen zum Marken- und Wettbewerbsrecht „herumschlagen.“ (mehr …)

IP|Rezension: Johann Braun, Kunstprozesse von Menzel bis Beuys

Freitag, 12. Februar 2010

Johann Braun, Professor für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Rechtsphilosophie in Passau hat mit Kunstprozesse von Menzel bis Beuys die 2. Auflage eines Buches veröffentlicht, das so gar nicht in die Regale der Rechtsbibliotheken passen will. Kunstprozesse, also ein Buch über das Urheberrecht? Auf keinen Fall. Prozessrecht? Auch nicht. Höchstens ließe sich das Buch in die Kategorie „Allgemeines zum Zivilrecht“ einsortieren, in Wahrheit aber setzt es sich zwischen alle didaktischen Stühle.

Der bunte Strauß an Fällen, welcher dem Leser hier präsentiert wird, setzt sich durchaus mit den rechtlichen Fragestellungen etwa des bekannten Emil Nolde-Falls auseinander und erklärt diese mit großem Geschick. Die rechtlichen Ausführungen bilden allerdings nur jeweils Höhepunkt und Ende wunderbarer Geschichten und Anekdoten über Maler, Kunstkenner und – neuerdings auch – Bratscher und die wunderbare Welt der Kunst.

Kunstprozesse von Menzel bis Beuys ist daher kein  Lehrbuch, sondern vielmehr ein großartiger Lesespaß für jeden kulturell interessierten Juristen. Braun berichtet ironisch-stilsicher über die kuriosen Wendungen der Kunstgeschichte, überaus unterhaltsam und enorm belesen – ohne Übertreibung eine absolute Empfehlung für den nächsten Urlaub.

(cen)

Johann Braun, Kunstprozesse von Menzel bis Beuys, 281 Seiten, C.H. Beck Verlag, 2. Auflage. (16. April 2009), ISBN: 978-3406589010

IP|Rezension: Ansgar Ohly/Olaf Sosnitza; Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb

Sonntag, 17. Januar 2010

Prof. Ansgar Ohly von der Universität Bayreuth und Prof. Olaf Sosnitza aus Würzburg – unseren Lesern bereits durch die von ihm veröffentlichte Fallsammlung bekannt – haben ihre Neuauflage des ehemals Piper/Ohly nun herausgebracht. Somit ist von den ursprünglichen Autoren, Piper und Köhler, keiner mehr an Bord, das Format hat sich (schon in der vierten Auflage) geändert, der Kommentar allerdings bleibt so relevant wie eh und je. (mehr …)

IP|Rezension: Eisenmann, Hartmut, Jautz / Ulrich; Grundriss Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht

Montag, 11. Januar 2010

Der Eisenmann/Jautz ist nunmehr in der 8. Auflage erschienen (inkl. der Neuerungen im UWG u. UrhG), Grund genug, das einzige Skript zum Thema Gewerblicher Rechtsschutz vorzustellen.

Die Reihe „Start ins Rechtsgebiet“ von C. F. Müller ist mittlerweile ja in einem neuen Outfit an der Start gegangen, inhaltlich hat sich optisch allerdings nicht viel verändert. Noch immer wird durch intelligente Fettung auf die wichtigen Dinge hingewiesen, die Gliederung bleibt stets verständlich, was ein dickes Plus darstellt. Wozu in den Skripten die Randnummern angegeben werden ist uns nicht ganz ersichtlich aber schaden tut es auch nicht. Schade ist bei diesem konkreten Skript im Vergleich zu dem von uns zuletzt besprochenen Lutz, dass weder Fußnoten uns tiefer in die Thematik führen noch Wiederholungsfragen angeboten werden, die dem Einsteiger einen zusätzlichen Lerneffekt bieten. (mehr …)

IP|Rezension: Gunda Dreyer, Jost Kotthoff, Astrid Meckel, Urheberrecht

Montag, 9. November 2009

978-3-8114-3519-3Seit einiger Zeit liegt bei uns nun der „Dreyer“ auf dem Schreibtisch. In der 2. Auflage ist der Heidelberger Kommentar zum Urheberrecht nun erschienen. Die Neuauflage war natürlich nach dem 2. Korb selbstverständlich fällig, aber auch dringend geboten, war doch die erste Auflage schon 2004 erschienen. Wie üblich, ist der Kommentar etwas angeschwollen. Statt 1549 Seiten der Erstauflage werden dem Leser nun 1848 Seiten geboten. Ob das immer erfreulich ist, oder ob die freiwillige Selbstbegrenzung nicht auch Vorteile haben kann, mag jeder selbst beurteilen. Trotz des Zuwachses an Seiten ist der Dreyer jedenfalls noch immer sehr gut handhabbar. Das Format ist haptisch gelungen, liegt gut in der Hand, man kann es einfach in der Tasche umhertragen. Das liegt auch am soliden Einband, der Freude macht.

Inhaltlich halte ich das Werk für gelungen, einen Vergleich (mehr …)

IP|Rezension: Lindberg, Van, Intellectual Property and Open Source

Donnerstag, 10. September 2009

9780596517960_catDas Buch Intellectual Property and Open Source von Van Lindberg trägt den Untertitel A Practical Guide to Protecting Code. Und tatsächlich, das Buch ist ein wirklicher Praxisratgeber. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass Lindberg sein Werk im O´Reilly-Verlag veröffentlicht hat, der primär durch Werke zu IT und Progammiersprachen in Erscheinung getreten ist.

Der Autor hat das Buch wunderbar leserfreundlich gegliedert. Ein einführender Teil beschäftigt sich mit den rechtlichen Grundlagen, die ein Informatiker oder Ingenieur kennen sollte, bevor er sich mit vertraglichen Fragen des Geistigen Eigentums auseinandersetzt. Im Einzelnen geht er auf wirtschaftliche Fragen, Patentrecht, Urheberrecht, Markenrecht sowie Vertragsrecht ein. Der zweite Teil beginnt – nomen est omen – mit den Worten „So I have an idea…“. Hier beschäftigt sich Lindberg mit den Fragen, was bei der Lizenzierung beachtet werden sollte. Die Namen der Kapitel, wie etwa „Accepting Patches and Contributions,“ oder „Reverse Engeneering“ zeigen bereits deutlich, dass er tatsächlich auf viele Praxisaspekte eingeht, die einem Lizenznehmer klar sein sollten, wenn er sich in das Feld der offenen Lizenzierung begibt. (mehr …)

IP|Rezension: Peter Lutz, Grundriss des Urheberrechts

Donnerstag, 6. August 2009

cfmuellergrundrissDie Campus-Sektion des  C.F. Müller Verlags bietet uns ein neues Buch in ihrer Reihe Start ins Rechtsgebiet, den Grundriss des Urheberrechts. Zunächst fällt auf, dass die im Grunde bewährte gelb-rote Optik nun etwas dunkleren, seriöseren Tönen gewichen ist. Das Layout innen hat sich allerdings glücklicherweise nicht geändert. Durch das Fetten wichtiger Punkte wird die Aufmerksamkeit intelligent gelenkt und man findet auch schnell die wichtigen Stichpunkte. Uns noch unbekannt waren die Wiederholungsfragen am Ende der Kapitel. Schön gedacht (wahrscheinlich den britischen Lehrbüchern entnommen), wirken sie allerdings manchmal etwas inhomogen im Text, hier hätte man sich vielleicht eine schönere graphischere Lösung einfallen lassen können.

Wichtiger als diese Details sind natürlich die Inhalte. Peter Lutz aus München hat sich dieser 1. Auflage angenommen und macht seine Sache grundsätzlich sehr gut. Wie genau (mehr …)

IP|Rezension: Christian Berger/Sebastian Wündisch, Urhebervertragsrecht

Mittwoch, 22. Juli 2009

urheber

In der ersten Auflage ist das Handbuch zum Urhebervertragsrecht von Prof. Christian Berger und Dr. Sebastian Wündisch erschienen.

Das Buch nimmt sich sehr lobenswerter Weise einer eklatanten Lücke in der Literatur an – es ist doch deutlich ausführlicher und ganz anders konzeptiert als der Schack – und füllt diese mit immerhin knapp 1.000 Seiten. Es gliedert sich grob in drei Teile:

Der erste Teil, Grundlagen des Urhebervertragsrechts, würde sich in so manchem Lehrbuch bereits gut machen. Schon in diesem eher wissenschaftlichen Teil des Buches werden die Bedürfnisse der Vertragsparteien berücksichtigt: Optionsregelungen, die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Parteien oder Fragen der Beweissicherung werden hier schon angesprochen. Insgesamt bleibt die Darstellung angenehm konkret und berücksichtigt die Bedürfnisse der Praxis.

Im zweiten Teil werden die wirtschaftlichen Hintergründe des Lizenzvertragsrechts erläutert. Einführend gibt es ein hochinteressantes Kapitel zur „Ökonomie urheberrechtlich geschützter Güter, “ das wir als Juristen mit Erkenntnisgewinn – und wegen der vielen Grafiken auch mit Freude – gelesen haben. Es geht weiter mit Fragen der wirtschaftlichen Bewertung immaterieller Güter, ein ebenfalls sehr interessantes und im Corporate-Umfeld auch sehr wichtiges Thema, sowie Fragen bzgl. Insolvenz, Kartellrecht, Arbeitsrecht etc. (mehr …)

Rezension: Herkko Hietanen: The Pursuit of Efficient Copyright Licensing – How Some Rights Reserved Attempts to Solve the Problems of All Rights Reserved

Mittwoch, 22. Juli 2009

Heute dürfen wir Sie auf eine Rezension unseres geschätzten Kollegen Endell hinweisen. Diesesmal nicht auf IP|Notiz sondern bei „JurPC„.

Christoph Endell nimmt sich dabei das äußerst interessante Buch von Herkko Hietanen „The Pursuit of Efficent Copyright Licensing – How Some Rights Reserved Attempts to Solve the Problems of All Rights Reserved vor.

Die Rezension finden Sie hier.