Göttingen und Totenrituale: Das kulturelle Eigentum

Eine der großen interdisziplinären Fragen, die primär im geistigen Eigentum verwurzelt sind, ist das Thema „Kulturelles Eigentum“. Was ist das? Es geht um Brauchtum, um tradiertes Wissen und Kultur, um „Tradition“ von indigenen Völkern oder Gruppen. Wem gehört es, wer darf es verwenden oder, um das in unseren Ohren etwas drastischere Wort zu bemühen: ausbeuten (exploitation)?

Diese Frage verlangt nach Analyse auf verschiedensten Sektoren. Ethnologie (welche Traditionen gibt es), Völkerrecht (wer hat was entwickelt), Biologie und Chemie, Medizin (bezogen auf z.B. Naturheilverfahren), Politologie und nicht zuletzt Patent- und Urheberrecht.

Die drängenste Frage hierbei ist zunächst: Wollen wir den Begriff des geistigen kulturellen Eigentums rechtsdogmatisch Wirklichkeit werden lassen? Hier stehen sich zwei Überlegungen gegenüber. Einerseits die Meinung, dass ein solches Wissen allen gehört, dass es frei sei. Diese Meinung lässt sich durchaus hören und auch dogmatisch gut begründen (so geschehen im Commonsblog) Andererseits: Was passiert mit dem freien Wissen? Wie können wir verhindern, dass dieses zugunsten einzelner auf dem Umwege bspw. des Patentrechts monopolisiert wird? Ist ein kulturelles Eigentum evtl. der Weg, wie dies verhindert werden kann?

Um diese Fragen zu beantworten, fördert die DFG nun eine interdisziplinäre Forschergruppe an der Universität Götting mit immerhin 1,4 Mio. EUR. Anerkannte Kapazitäten wie Prof. Spindler, Prof. Hengartner u.a. sind daran beteiligt. Mehr zu dem Thema finden Sie hier.

(cen)

 
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Ein Kommentar zu “Göttingen und Totenrituale: Das kulturelle Eigentum”

  1. Matthias Probst
    19. Juli 2008 10:43
    1

    Die Universität Götting find ich gut! Freud lässt grüßen…
    Ansonsten ein sehr interessanter Hinweis. Ich werde mich in den kommenden Wochen „intensiver“ mit der Thematik beschäftigen müssen.

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