IP|Rezension: Johann Braun, Kunstprozesse von Menzel bis Beuys

Johann Braun, Professor für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Rechtsphilosophie in Passau hat mit Kunstprozesse von Menzel bis Beuys die 2. Auflage eines Buches veröffentlicht, das so gar nicht in die Regale der Rechtsbibliotheken passen will. Kunstprozesse, also ein Buch über das Urheberrecht? Auf keinen Fall. Prozessrecht? Auch nicht. Höchstens ließe sich das Buch in die Kategorie „Allgemeines zum Zivilrecht“ einsortieren, in Wahrheit aber setzt es sich zwischen alle didaktischen Stühle.

Der bunte Strauß an Fällen, welcher dem Leser hier präsentiert wird, setzt sich durchaus mit den rechtlichen Fragestellungen etwa des bekannten Emil Nolde-Falls auseinander und erklärt diese mit großem Geschick. Die rechtlichen Ausführungen bilden allerdings nur jeweils Höhepunkt und Ende wunderbarer Geschichten und Anekdoten über Maler, Kunstkenner und – neuerdings auch – Bratscher und die wunderbare Welt der Kunst.

Kunstprozesse von Menzel bis Beuys ist daher kein  Lehrbuch, sondern vielmehr ein großartiger Lesespaß für jeden kulturell interessierten Juristen. Braun berichtet ironisch-stilsicher über die kuriosen Wendungen der Kunstgeschichte, überaus unterhaltsam und enorm belesen – ohne Übertreibung eine absolute Empfehlung für den nächsten Urlaub.

(cen)

Johann Braun, Kunstprozesse von Menzel bis Beuys, 281 Seiten, C.H. Beck Verlag, 2. Auflage. (16. April 2009), ISBN: 978-3406589010

 
Post2PDF

Kommentar abgeben: