IP|Rezension: Marian Paschke, Wolfgang Berlin, Claus Meyer, Hamburger Kommentar, Gesamtes Medienrecht

41dowo7sgel_ss500_Drei Herausgeber aus Hamburg haben einen neuen Medienrechtskommentar vorgelegt: den so genannten Hamburger Kommentar. Ein Koloss von knapp 1500 Seiten, der einen hohen Anspruch vertritt: Gesamtes Medienrecht, so heißt es im Titel.

Die Herausgeber sind alle drei nicht unbekannt. Marian Paschke ist Professor in Hamburg, Wolfgang Berlits Buch zum Markenrecht haben wir an anderer Stelle bereits lobend besprochen. Claus Meyer ist ein besonders spannender Name: als langjähriger Richter in Hamburg war er am LG Hamburg in der Pressekammer zuständig, jetzt in ähnlicher Position am Hanseatischen OLG und somit mitverantwortlich für die oft prägenden und kontroversen Urteile aus Hamburg. Dementsprechend berichtet er in diesem Kommentar auch zum Medienzivilrecht. Aber auch unter den Mitwirkenden finden sich bekannte Namen. Matthias Schwarz aus München etwa, dessen Kanzlei in letzter Zeit öfter in den Fachmedien präsent war oder Jan Siegel, Justitiar des SPIEGEL-Verlags.

Es wird wirklich eine große Menge der Themen abgedeckt, die im Medienrecht interessant sein könnten: vom Medienverfassungs- und Europarecht, über Kartell- und Wettbewerbsrecht, das Medienzivilrecht, -handelsrecht bis hin zum Medienaufsichtsrecht ist alles vertreten. Auch benachbarte Rechtsgebiete wie der Gewerbliche Rechtsschutz inkl. Urheberrecht kommen zu Wort.

Während das Buch vom fachlichen Standpunkt über Zweifel wohl erhaben sein dürfte, ist natürlich die interessanteste Frage: Funktioniert das Konzept, das gesamte Medienrecht in einem Kommentar abzubilden? Auf den ersten Blick, das muss gesagt werden, wirkt das Buch etwas unübersichtlich. Die Struktur ist ungewöhnlich und so tut sich der konservative Jurist zunächst einmal schwer, sich zurecht zu finden. Hinzu kommt, dass nicht das gesamte Buch als Kommentar verfasst ist, sondern teilweise auch im Fließtext geschrieben wird. Es ist also ein Hybrid, der es nötig macht, dass man sich mit dem Buch beschäftigt, um auch wirklich das Gesuchte zu finden und zu verarbeiten.

Andererseits ist es sehr angenehm, keinen EMRK-Kommentar in der Bibliothek (so man denn eine zur Hand hat) suchen zu müssen sondern statt dessen einfach den Art. 10 EMRK hier erläutert zu finden – und zwar ausschließlich auf seine medienrechtliche Relevanz hin. Es ist ein wunderbarer Moment, in dem man merkt, dass man in diesem Buch einfach das findet, was man sucht, eine Erfahrung, die der Medienrechtler etwa beim Palandt eher selten macht. Durch den Umfang des Buches ist es tatsächlich auch möglich, die wichtigen Informationen im Buch aufzufinden. Die einzelnen Kapitel bekommen durchaus genügend Raum.

Es lässt sich festhalten, dass der Hamburger Kommentar zum Medienrecht eine wunderbare erste Anlaufstelle sein kann, die unter Umständen auch schon alles erklärt, was man sucht. Man muss sich allerdings zuvor etwas mit dem Buch selbst beschäftigen, bevor es seinen Reichtum offenbart. Das Buch wird sicher seine Leserschaft finden.

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Marian Paschke, Wolfgang Berlin, Claus Meyer, Hamburger Kommentar, Gesamtes Medienrecht, 1. Auflage 2008, Nomos-Verlagsgesellschaft, 1494 Seiten, EUR 178,00, ISBN 978-3832930387

 
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