IP|Rezension: Paschke, Berlit, Meyer: Hamburger Kommentar – Gesamtes Medienrecht

Die zweite Auflage des Hamburger Kommentars ist dieses Jahr erschienen. Erste Überraschung: Er ist geschrumpft. Das ist eher ungewöhnlich, meist neigen solche Volumina eher dazu, etwas anzusetzen. Und so ist es beim zweiten Hinsehen auch hier: Es sind knapp 300 Seiten mehr geworden, man hat sich aber offenbar für dünneres Papier entschieden.

Die 2. Auflage kann mit verschiedenen Neuerungen aufwarten. So ist das Datenschutzrecht ergänzt worden, ebenso die Problematik der Musikproduktion und -verwertung. Medienvertragsrecht, Softwarerecht und Immaterialgüterrecht werden nun ausführlicher besprchen. Das Filmrecht erfährt mehr Aufmerksamkeit, weiter wird das Vertriebsrecht von Zeitungen und Zeitschriften berücksichtigt. Und in der Tat sind damit wichtige Fehlstellen ausgemerzt worden, die in der 1. Auflage im täglichen Gebrauch irgendwann aufgefallen sind.

Ein Werk, das sich aufgrund der Tatsache, dass es sehr umfassend gestaltet ist, wohl primär an Justiziare oder Unternehmer richtet, kann heute kaum noch ohne bspw. Kapitel zum Datenschutzrecht auskommen. Dieses ist m.E. allerdings leider nicht besonders gelungen. Der umfassend geratene geschichtliche Abriss dürfte weniger interessieren. Dieser Platz hätte für einen umfangreicheren materiellen Teil zur Verfügung stehen können. Wer in diesem Bereich einmal zu tun hatte, wird ahnen, dass die aktuellen 15 Seiten hier doch etwas knapp gefasst sein dürften. Aber die Schwerpunktsetzung des Buches ist ohnehin Geschmackssache: 500 Seiten stehen für Kartell- und Regulierungsrecht zur Verfügung, das Vertragsrecht bekommt nur 100 spendiert, ebenso der gewerbliche Rechtsschutz inkl. Urheberrecht – hier gilt es eben zu prüfen, ob das Buch auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist oder nicht.

 

 
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