IP|Rezension: Peter Lutz, Grundriss des Urheberrechts

cfmuellergrundrissDie Campus-Sektion des  C.F. Müller Verlags bietet uns ein neues Buch in ihrer Reihe Start ins Rechtsgebiet, den Grundriss des Urheberrechts. Zunächst fällt auf, dass die im Grunde bewährte gelb-rote Optik nun etwas dunkleren, seriöseren Tönen gewichen ist. Das Layout innen hat sich allerdings glücklicherweise nicht geändert. Durch das Fetten wichtiger Punkte wird die Aufmerksamkeit intelligent gelenkt und man findet auch schnell die wichtigen Stichpunkte. Uns noch unbekannt waren die Wiederholungsfragen am Ende der Kapitel. Schön gedacht (wahrscheinlich den britischen Lehrbüchern entnommen), wirken sie allerdings manchmal etwas inhomogen im Text, hier hätte man sich vielleicht eine schönere graphischere Lösung einfallen lassen können.

Wichtiger als diese Details sind natürlich die Inhalte. Peter Lutz aus München hat sich dieser 1. Auflage angenommen und macht seine Sache grundsätzlich sehr gut. Wie genau ein Lehrbuch im Urheberrecht gestaltet sein sollte ist ja schon seit vielen Jahren klar, auch Lutz erfindet das Rad – zu Recht – nicht neu: Zunächst ein Einführungsteil (auf den historischen Teil verzichtet Lutz), auch mit Verhältnissen zu anderen wichtigen Rechtsgebieten, dann Werksbegriff, einzelne Werkarten, Rechte des Urhebers, Schranken des Urhebers etc. – soweit die bekannte und stimmige Aufteilung.

Besonders erfreut hat uns allerdings der zweite Teil der Bearbeitung: Bereits auf Seite 262 (von 410 Seiten) beginnt der urhebervertragsrechtliche Teil. Lutz praktische Erfahrung als Anwalt kommt dem Buch hier besonders zugute. Für ein einführendes Lehrbuch überraschend ausführlich widmet er sich den einzelnen Feldern wie Buch- und Zeitschriftenproduktion, Musikproduktion, Verträgen über Werke der bildenden und angewandten Kunst, Bühnenvertriebs-, Filmverträge, Sendeverträge, Datenbank- und sogar Merchandisinverträge. Für uns ein großer Bonus dieses Buches, dass dieser praktische Teil die interessierten Leser gleich ausführlich und anschaulich (z.B. „Künstlerquittungen, Rz. 1188) in die realen Probleme des Urheberrechts einführt. Deutlich mehr, als man von einem Lehrbuch dieser Art erwarten kann! Mancher Student mag einwenden, dass durch den Facettenreichtum des Buches die Inhaltstiefe auf den Kernprüfungsbereichen teilweise etwas auf der Strecke geblieben sei. Und freilich: den „Rehbinder“ kann das Buch nicht ersetzen. Als Einstieg für die Bearbeitung einer Hausarbeit ist es wohl auch ein bißchen „dünn“. Als Einführung in die Rechtsmaterie hingegen ist das Buch sehr gut zu gebrauchen und hat, wie gesagt, durch den praktischen Teil gegenüber einigen Konkurrenten die Nase vorn.

Peter Lutz, Grundriss des Urheberrechts, 2009, 410 Seiten, Softcover, 26,00 EUR, ISBN 978-3-8114-3312-0 C.F. Müller Verlag.

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Ein Kommentar zu “IP|Rezension: Peter Lutz, Grundriss des Urheberrechts”

  1. IP|Notiz - IP|Rezension: Eisenmann, Hartmut, Jautz / Ulrich; Grundriss Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht
    12. Januar 2010 22:34
    1

    […] uns nicht ganz ersichtlich aber schaden tut es auch nicht. Schade ist bei diesem konkreten Skript im Vergleich zu dem von uns zuletzt besprochenen Lutz, dass weder Fußnoten uns tiefer in die Thematik führen noch Wiederholungsfragen angeboten werden, […]

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