IP|Rezension: Reinhold Kreile, Jürgen Becker, Karl Riesenhuber (Hrsg.), Recht und Praxis der GEMA

recht_und_praxis_der_gema_gruyter_recht Zum ersten Mal wird durch dieses Buch das Recht der GEMA einer grundlegenden und ausührlichen Betrachtung unterzogen. Einen Schwerpunkt des Buches bilden Satzung, Berechtigungsvertrag sowie der Verteilungsplan der GEMA. Die Gliederung in die Kapitel Grundlagen, Organisation, Rechtsverhältnis zu Berechtigten, Rechtsbeziehungen zu Nutzern sowie GEMA-Aufsicht ist gelungen, am Ende ist eine ausführliche Tabelle mit den wichtigsten Urteilen zur GEMA zu finden. Inhaltlich ist das Buch mit geballter Fachkompetenz ausgestattet.

Besonders lobenswert ist allerdings, dass durch diese Veröffentlichung ein wenig Transparenz in das geradezu babylonische Recht der GEMA einzieht. Das überaus komplexe System GEMA wird hier – nun, es wäre übertrieben zu sagen, allgemeinverständlich, doch zumindest ausführlich und präzise erläutert. In Zeiten, in denen die GEMA ja scharf unter Beschuss ist – von der EU-Kommission, von ihren eigenen Mitgliedern, von Bloggern sowieso, ist es nur zu begrüßen, dass sich die Autoren die Mühe machen, einen Beitrag zur Aufklärung der Öffentlichkeit zu leisten.

Es bleibt natürlich die Frage, warum ein solches Werk nicht schon viel, viel früher erschienen ist, wie konnte die (Musik-)Juristerei nur ohne dieses Buch auskommen? Es lässt sich hier sicherlich von einem Standardwerk reden, das auf Jahre hinaus die wissenschaftliche Konzeption der GEMA prägen wird. Dennoch: es bleibt noch viel zu tun. Auch wenn Recht und Praxis der GEMA knapp 900 Seiten stark ist, fallen etwa die Erläuterungen zu den einzelnen Lizenzverträgen und überhaupt das “Klein Klein” des Tagesgeschäfts leider sehr knapp aus. Verständlich, ändern sich die Einzelheiten doch wahrscheinlich aus sehr schnell. Trotzdem ist es schade, da hier in der Praxis oft mehr Informationsbedarf besteht als z.B. bezüglich grundsätzlicher Ausführungen zur Geschichte der Verwertungsgesellschaften. Hier könnte der de Gruyter Verlag doch vielleicht noch ergänzend ein weiteres Projekt auf den Weg bringen, das etwas häufiger neu aufgelegt werden würde?

Ein Warnhinweis sei noch gestattet: Die Herausgeber des Buches sind sämtlich in der GEMA involviert. Jürgen Becker als stellvertretender Vorsitzender des GEMA-Vorstands, Karl Riesenhuber als Rechtsberater und Reinhold Kreile als Ehrenpräsident. GEMA-kritische Töne sind in dem Buch also nicht unbedingt zu erwarten. Den Anwaltskollegen, die sich auf der Gegenseite wiederfinden, sei daher empfohlen, sich auch noch anderweitig umzusehen, auch wenn die Auswahl gering ist.

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Reinhold Kreile, Jürgen Becker, Karl Riesenhuber (Hrsg.), Recht und Praxis der GEMA, de Gruyter, 2. Auflage, 2008, 882 Seiten, ISBN: 978-3899494600, EUR 148,00.

 
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2 Kommentare zu “IP|Rezension: Reinhold Kreile, Jürgen Becker, Karl Riesenhuber (Hrsg.), Recht und Praxis der GEMA”

  1. Wolfgang Senges
    30. November 2009 12:36
    1

    Hallo,

    danke für den Hinweis auf die Veröffentlichung, die mir bislang leider entgangen ist.

    Und – selbstverständlich – vielen Dank für die Verlinkung auf mich bzw. meine Site als “GEMA-beschießender-Blogger”. ;)

    Klingt gut.

    VG
    Wolfgang Senges

  2. cen
    1. Dezember 2009 09:30
    2

    Gern geschehen!

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