Jack Wolfskin und das Pfötchenmuster

Über die markenrechtlichen Abmahnungen Jack Wolfskins gegenüber Hobby-Handarbeitern, die ihre Handarbeiten mit dekorativen Elementen wie Herzchen, Sternchen und eben auch Pfötchen versehen, ist – wie ich nach Lektüre des vor kurzem veröffentlichten Spiegel-online-Artikels feststellen musste – bereits viel geschrieben worden. Leider musste ich auch feststellen, dass der Aufregung die juristischen Argumente meistens fehlen. Jack Wolfskin’s Bildmarke und die von den Handarbeitern benutzten Pfötchenmuster sind lediglich ähnlich. Eine Markenverletzung setzt deshalb eine Verwechselungsgefahr voraus. Bei Beurteilung der Verwechselungsgefahr ist die Kennzeichnungskraft der Marke zu berücksichtigen. Je stärker die Kennzeichnungskraft eines Zeichens wegen seiner Eigenart und Bekanntheit im Verkehr ist, desto größer ist sein Schutzbereich. Ausgehend von der großen Bekanntheit der Wolfskin-Marke scheint eine Verwechselungsgefahr auch bei größeren Unterschieden zwischen den Tatzenmotiven anzunehmen sein. Der Fall ist allerdings deshalb so interessant, weil er Anlass bietet, das Merkmal der Eigenart der Marke näher als üblich zu untersuchen.

Wodurch zeichnet sich die Jack Wolfskin Bildmarke aus? Sie verwendet ein Motiv, das der Menschheit seit seinen Anfängen sehr vertraut ist. Die Fährte eines Wolfes. Es ist eine Erscheinung, die in der Natur vorkommt, die Gegenstand von Kunstgestaltungen ist (insbesondere Indianerschmuck) und mit der der Mensch in tausenden von Jahren einfach nur einen Wolf assoziiert hat und dies wohl überwiegend immer noch so tut. So wie sich (Ur-)Völker mit dem Symbol der Wolfstatze schmückten, schmückt sich nunmehr Jack Wolfskin mit diesem Symbol und gibt mit seinen Abmahnungen zu verstehen, dass nach seiner Auffassung ein nicht unerheblicher Teil der beteiligten Verkehrskreise mit dem Symbol der Wolfstatze zwangsläufig Jack Wolfskin verbindet.

Dies erscheint mir fremd.

Eine Wolfstatze ruft doch in erster Linie Assoziation zu einem Wolf hervor und nicht zu Bekleidungsstücken und Outdoor-Artikeln. Sollte dagegen Letzteres bei einem nicht unerheblichen Teil der beteiligten Verkehrskreise der Fall sein, dann stellt sich die beängstigende Frage, wie sehr uns Unternehmen und Werbung mittlerweile beeinflussen, dass die natürlichen Assoziationen verdrängt werden. Dann bestünde zwar konsequenterweise tatsächlich kein Anlass, sich über die Abmahnungen aufzuregen – schließlich läge dann eine Verknüpfung zwischen Pfötchen und Jack Wolfskin tatsächlich vor, die sich andere Gewerbetreibende einfach anmaßten. Traurig und nicht erstrebenswert wäre es m.E. jedoch, wenn sich Unternehmen mit Hilfe massiver Werbung einen Markenschutz aufbauen könnten, der auf künstlichen Assoziation basiert und den Menschen immer mehr von seinen Wurzeln entfernt.

Geht man davon aus, dass der Großteil der beteiligten Verkehrskreise auf den ersten Blick in einer Tatze eben nur eine Tatze eines Tieres erblickt, aber nicht das Unternehmen Jack Wolfskin, so dürfte die Bildmarke Jack Wolfskins nur über eine geringe Kennzeichenkraft verfügen und eine Verwechselungsgefahr mit lediglich ähnlichen Tatzen zu verneinen sein. Eine Markenverletzung schiede dann aus.

Eine Markenverletzung schiede auch dann aus, wenn es an einer markenmäßigen Benutzung fehlte. Dies wäre der Fall, wenn das Pfötchen nicht als Marke verwendet werden würde. Als Marke wird ein Zeichen in erster Linie dann verwendet, wenn es auf die Herkunft des mit dem Zeichen versehenen Produkts hinweist. Versteht also der durchschnittlich informierte, aufmerksame und verständige Verbraucher das Pfötchen dahingehend, dass es lediglich zur Zierde auf der Handwerksarbeit angebracht ist, ist eine markenmäßige Benutzung zu verneinen. Dafür spräche beispielsweise, wenn der benutzende Handarbeiter das Pfötchen lediglich als ein weiteres Motiv neben Herzchen und Sternchen für die Verzierung seiner Produkte benutzte. In diesem Fall wäre klar, dass das Pfötchen als ein weiteres Symbol zur Zierde verwendet wird – so wie der ein oder andere Urahne von uns sicherlich seinen Fellumhang mit einer eingebrannten Tatze versah – einfach nur, weil er es schön fand…

(jsc)

 
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27 Kommentare zu “Jack Wolfskin und das Pfötchenmuster”

  1. Max V
    20. Oktober 2009 09:51
    1

    Ich sehe das anders. Das besticken mit einem Markenzeichen ist nunmal illegal. Da könnte man ja auch genauso gut einen Puma oder 3 Streifen draufsticken. Wer sich hier naiv stellt und nichtsahnend tut, der lügt. Dass die Zeichen dabei nicht 100% übereinstimmen ist egal, es gibt im Fall Adidas genügend Urteile wo China-Duplikate mit ähnlichen, aber nicht gleichen Streifen aus dem Verkehr gezogen wurden. Es ist nunmal nicht rechtens,
    a) mit einem geklauten Markenzeichen sein Produkt aufzupäpeln
    b) dem image der marke zu schaden, indem man sein minderwertiges selbstgebasteltes als dieses produkt ausgibt.

    Die Abmahnung ist mehr als gerechtfertigt.

  2. Tobias
    20. Oktober 2009 13:26
    2

    @Max V:
    Die ergangenen Abmahnungen sind höchstens rechtmäßig, aber hier jedenfalls nicht gerechtfertigt.

    Angenommen, dass die jeweiligen Tatzen mit dem JW-Logo zu verwechseln seien, rechtfertigt dies hier imho noch keine kostenpflichtige Abmahnung der Markenstörer. Die Art der angebotenen Produkte und der Umfang des Verkaufs stellen keine schwerwiegende Beeinträchtigung der Marke dar.

    Zur Verteidigung der Marke wäre hier tatsächlich eine unterhalb einer kostenpflichtigen Abmahnung liegende Kontaktaufnahme mit einer Aufforderung, die Störung zu unterlassen, angemessen gewesen.

    JW ist durch die Art ihres Vorgehens mit dem alten „David und Goliath“-Thema zu Recht auf breite Resonanz inzwischen auch in den Mainstream-Medien gestoßen.

    Recht haben ist eins, Recht kommunizieren ein Anderes.

    Btw., mit deinem Punkt b) implizierst Du ja, dass man von Jack Wolfskin Qualitätsprodukte bekäme. Hmm. Für die Stadt und als Modebekleidung stimmt es wohl, aber echte Outdoor-Qualität haben die Sachen inzwischen nicht mehr. Die Thunder & Lightning Jacke meines Bruders hat grade mal drei Saisons ausgehalten, dann war die Beschichtung weg. Meine Northpants sind eigentlich recht gut, aber halten keinen Vergleich mit Fjällraven-Hosen (und auch nicht die vergleichbare Belastung) stand. Meine Jack-Wolfskin-Fleece-Jacken sind schlchter geschnitten, haben schlechtere Reißverschlüsse und sind einfach nicht so gut wie die von Berghaus oder Mammut. Die bisher von mir gekauften Berkley-Rucksäcke sind in der Stadt eigentlich recht brauchbar, aber halten auch wenig aus. Das Gewebe ist recht schnell runter, und die Reißverschlüsse gehen auch zu schnell kaputt.

    Was rechtens ist, muss noch lange nicht gerecht sein. Für mich ist die Enttäuschung über das Kommunikationsverhalten von JW zum Glück schon ob deren Produktqualität nicht so groß.

  3. sven
    20. Oktober 2009 14:34
    3

    @Tobias: Don’t feed the troll! :-)

  4. StillerBeobachter
    20. Oktober 2009 14:44
    4

    Max V …
    Zu Ihrem angefügten Punkt >b) dem image der marke zu schaden, indem man sein minderwertiges selbstgebasteltes als dieses produkt ausgibt…>

    Hier das Angebot eines gewerblichen Mitbewerbers auf selbstgebastelte
    Minderwertige Produkte zu reduzieren,
    zeigt überdeutlich aus welcher Ecke Sie schiessen.
    Das dies mit dem Wettbewerbsrecht nicht übereinstimmt, dürfte Ihnen klar sein.) dem image der marke zu schaden, indem man sein minderwertiges selbstgebasteltes als dieses produkt ausgibt
    Ansonsten schliesse ich mich dem obigen
    Artikel an, der klar aufzeigt, um was es denn
    hier wirklich geht.

  5. Tobias
    20. Oktober 2009 14:44
    5

    @sven: Auch wahr. Außerdem war der Versuch von Max eigentlich auch recht Schwach. An AOL-Fan ist bisher wohl noch niemand vorbeigezogen. :(

  6. sven
    20. Oktober 2009 14:52
    6

    @Tobias: So isses. :-(

  7. San
    20. Oktober 2009 14:54
    7

    Es sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass es sich bei den beanstandeten Pfötchen meistens NICHT um einzelne Pfoten handelt um ein Produkt als etwas hervorzuheben das es nicht ist! Denn das wäre Böse und da hätte Wolfskin Recht!

    Es geht hier in den meisten Fällen um Patchworkstoffe aus Baumwolle die komplett, schräg, grade, mit Kreisen drum in diversen Farben mit kleinen Katzenpfötchen bedruckt sind. Von der Firma Michael Miller Fabrics wo noch auf der Webkante des Stoffe vermerkt ist, dass das Copyright des Musters bei Michael Miller Fabrics liegt er aber auch zu kommerziellen Zwecken genutzt werden darf!

    Wenn die Firma JW das nun anders sieht, finde ich, soll sie sich doch ganz einfach an die Produzenten dieses scheinbar bösen,bösen,bösen Stoffes wenden. An Michael Miller, zu finden irgendwo in den USA!

    Auch ging es um ein T Shirt, da hat eine Dame ein Kätzchen aus Strasssteinen drauf appliziert und passend zu der Katze ein paar Katzenpfötchen drauf gemacht. Das JW glitzer Shirts mit Pfötchen hat, wäre mir neu. Auch Handspiegel die mit dem bösen Michael Miller Stoff bezogen wurden, führt JW nicht.

    Also was wollen die??????
    Planen die vielleicht eine Glitter-Glamour-Outdoor-Girlie Collection?

    Beim dpma hat JW sich jetzt auch den Bereich der Kosmetik sichern lassen. Ich rechne jetzt mit Mascara das die Wimpern so hart macht, dass man sich damit an Felsen festkrallen kann. Lippenstifft der so grell leuchtet, das jeder Wolf samt sämtlicher Pfotenabdrücke das Weite sucht.

    Es ist einfach ein riesengroßer Blödsinn!
    Amen!

  8. nicole
    20. Oktober 2009 15:04
    8

    @Max V

    Abmahnungen haben natürlich prinzipiell ihren Sinn. Aber haben Sie sich darüber informiert welche Produkte abgemahnt wurden?

    Gebastelte Ohrstecker aus Knöpfen mit darauf befindlicher Bärentatze. Spiegel mit einer Verkleidung aus einem Stoff mit mehreren Tatzen.

    Außerdem wird doch deutlich, dass es dem Unternehmen lediglich darum ging ein paar Euro zu machen und nicht um die tatsächliche Gefährdung der Marke, wenn man bedenkt, dass Dawanda angeschrieben wurde, die betroffenen Artikel aus dem Sortiment entfernte, die Kunden darüber informierte und diese dennoch eine Abmahnung erhalten haben. Obwohl die Dinge nicht mit der Absicht verkauft wurden Ähnlichkeiten zu JW als Verkaufsargument zu nutzen (was bei chinesischen Nachahmern durchaus gegeben ist!), somit auch der Marke nicht zu schaden, die Kunden selbst auf diese Verbindung nicht im Traum gekommen wäre UND die Produkte gar nicht mehr verfügbar waren!

    Wäre JW auf die Pflege des Images aus, dann hätten sie auf derartige Abmahnungen verzichtet. Denn die große Resonanz ist wohl kaum im Interesse des Images des Unternehmens. Zurückgegebene Werbeprodukte, Ausmusterungen aus Sortimenten. Ich denke, dass wird dem Unternehmen letztlich wohl mehr schaden, als ein Ohrstecker, der vielleicht schlimmstenfalls 30€ gekostet hat. Ich kenne den tatsächlichen Preis nicht…

    Und diese Krise ist hausgemacht. Sicherlich nicht die Schuld der ahnungslosen Handarbeiter. Ursache dafür sind Menschen, die nicht begreifen, das Recht haben und dies offensichtlich ausnutzen im Zeitalter der globalen Vernetzung von den Kunden und der Gesellschaft bestraft wird. Und das das Unternehmen an diesem Argumentationsstrang festhält schadet ihm sehr.

  9. jsc
    20. Oktober 2009 15:15
    9

    An dieser Stelle schon einmal herzlichen Dank an alle für die Kommentare zu einem – die Diskussion zeigt es – aufwühlenden Thema.

    Aus rechtlicher Perspektive finde ich den Hinweis von San sehr interessant, wonach die Firma Michael Miller Fabrics ein Copyright auf das Muster der Katzenpfötchen habe. Nach § 13 Abs. 1 MarkenG kann die Eintragung einer Marke nämlich gelöscht werden, wenn ein anderer vor dem für den Zeitrang der eingetragenen Marke maßgeblichen Tag ein sonstiges, nicht in den §§ 9 bis 12 aufgeführtes Recht erworben hat und dieses ihn berechtigt, die Benutzung der eingetragenen Marke im gesamten Gebiet der BRD zu untersagen. Nach Abs. 2 dieser Vorschrift gehören zu den sonstigen Rechten insbesondere auch Urheberrechte (copyright) und sonstige gewerbliche Schutzrechte (also auch Geschmacksmuster).

  10. San
    20. Oktober 2009 15:18
    10

    @ jsc

    Ich bin nicht vom Fach, was genau bedeutet das jetzt?

  11. jsc
    20. Oktober 2009 15:30
    11

    @ San: Das bedeutet, dass die Tatzenmarke möglicherweise mit älteren Rechten Dritter angreifbar ist. Dazu müsste man allerdings sehr genau prüfen, ob solche älteren Rechte tatsächlich bestehen, die es JW verbieten würden, die Tatze in der BRD zu benutzen. Allerdings ist davon auszugehen, dass JW vor Eintragung eine umfassende Zeichenrecherche vorgenommen hat, d.h. geprüft hat, ob solche älteren Rechte bestehen. Erfahrungsgemäß ist es allerdings schwierig, alle möglicherweise bestehenden sonstigen älteren Rechte zu ermitteln, insbesondere im Bereich Urheberrecht (copyright), weil die Entstehung des Urheberrechts nicht von einer Eintragung in irgendein Register abhängt. Möglicherweise hat JW das ein oder andere Recht übersehen. Gänzlich ausschließen würde ich das nicht.

  12. labellosglücklich
    20. Oktober 2009 23:20
    12

    @jsc: Das wäre zu schön um wahr zu werden. Aber hoffen ist erlaubt, und man könnte an soetwas wie Gerechtigkeit glauben, wenn JW nun seinerseits abgemahnt werden könnte. Ich warte auf dem Imageschaden, und vermute er wird gewaltig.

  13. Frau Pfotinger
    21. Oktober 2009 08:49
    13

    ..“dem image der marke zu schaden, indem man sein minderwertiges selbstgebasteltes als dieses produkt ausgibt.“

    Glaubt da jemand allen Ernstes, dass jeder Hobbybastler, der eine Pfote irgendwo anbringt, Interesse daran hat die Marke JW seiner Kundschaft näher zu bringen???
    Ich bezweifle, dass überhaupt auch nur ein Gedanke in Richtung dieses Herstellers ging, während die Arbeiten hergestellt wurden.
    Für mich sind das billige Ausreden für ein Vorgehen, das weit über´s Ziel hinaus geschossen ist. Warum kümmert sich JW nicht um die wirklichen Produkt-Piraten in China, die nichts anderes im Sinn haben als deren Produkte bis auf´s I-Tüpfelchen zu kopieren und damit Kohle zu machen?
    Statt dessen so eine armselige Überreaktion, die die strebsamen Naturburschenromantiker hoffentlich bald in Form von fehlenden Euronen
    zu spüren bekommen.
    Für mich ist JW dauerhaft negativ belegt.

  14. Eliane Zimmermann
    21. Oktober 2009 09:21
    14

    Was RECHT ist, muss noch lange nicht geRECHT sein. eine kleine Vorwarnung in Form eines netten aber strengen Briefes vor der (ach so kostengünstigen) Abmahnung wäre zumindest moralisch geRECHTfertigt gewesen. Und Handarbeiten mit individuell verzierten Einzelstücken als minderwertig zu bezeichnen gegenüber sklavenartiger Massenproduktion aus dem Osten halte ich für sehr fragwürdig. Zudem diese „bastelnden Hausmuttis“ nur eine Hommage an ihre Haustiere für Gleichgesinnte hergestellt haben und sicherlich niemals eine Gefahr für ein völlig anderes Marktsegment waren. Aber man kann ja bekanntlich Paragraphen so oder so auslegen und selbstverständlich nach geschriebenem RECHT diesen Damen böse Absichten nachweisen, als gerecht empfinden die meisten Menschen, denen noch ein Rest gesunder Menschenverstand geblieben ist, noch lange nicht.

  15. Ernst
    21. Oktober 2009 10:08
    15

    Max V ist definitv ein Troll (oder Abmahn-Anwalt) – bei mir hat er denselben Text gepostet, ohne sich danach weiter zu äußern ( http://www.egm.at/weblog/?p=2730 ). Einfach ignorieren.
    Zum Thema: danke für die Info aus rechtlicher Sicht. Gefühslmäßig hätte ich ähnlich argumentiert, denn es kann wohl nicht sein, daß künftig jedes Produkt mit Tatzen-Aufdruck durch JW-Anwälte verhindert werden kann. Die meisten Menschen denken bei einer Tatze – eben an eine Tatze, nichts weiter. Und künftig sicher noch viel weniger an Jack Wolfskin.

  16. Susanne
    21. Oktober 2009 10:23
    16

    Was den Naturburschenromantiker betrifft, so möge der geneigte Leser doch mal einen Blick darauf werfen:

    http://www.forum-neuwulmstorf.de/wohnen-und-leben-in-neu-wulmstorf-f3/fuer-jack-wolfskin-zerstoerung-22hektar-eu-schutzg-t816.html

  17. Tazzmanni, das imagefressende Monster aus Abmanien
    21. Oktober 2009 13:37
    17

    […] an die Geschäftsführung des uneinsichtigen Unternehmens an die Öffentlichkeit tritt und wieder viele, sehr viele gute Artikel veröffentlicht wurden, ließ auch mir das Ganze keine Ruhe. DaWanda hat […]

  18. Daniel
    22. Oktober 2009 09:55
    18

    Entscheidend ist ja, ob das Zeichen als Schmuckornament oder als Herkunftsbezeichnung betrachtet wird in den Verkehrskreisen. Im ersteren Fall kann selbst bei identischem Symbol das Markenrecht nicht bemüht werden.
    Die schließt natürlich nicht aus, dass der Verwendung andere Rechte entgegenstehen, wie z.B. ein denkbares Urheberrecht auf die Gestaltung. Wobei das Urheberrecht – wenn es denn existiert – wohl ehr die TAZ bzw. einer deren Mitarbeiter hat für das Tazzensymbol.

    Vielleicht gibt es da eine einfache Lösung. Einfach zu der Tatze noch ein Krokodil sticken. Dann ist schon denknotwendigerweise nicht mehr möglich, dass die Ornamente als markenmäßig (zur Kennzeichnung der Herkunft eines Produktes) verwendet werden, da ja das Produkt schlecht von zwei allgemein bekannt im Wettbewerb stehenden Herstellern stammen kann …
    Oder ein durchgestrichenes (R) im Kringel dahinter um damit gegenüber den Verkehrskreisen (JW-Anwälte) deutlich auszudrücken „keine Marke“, dann sollte auch der durchschnittliche mündige Abmahner erkennen können, dass es nicht als Marke gedacht ist sondern als Schmuckornament.

  19. sk8erBLN
    22. Oktober 2009 14:25
    19

    zum thema ein interessantes urteil, JW probiert sowas ja öfter und fällt dabei wie man hier lesen kann auch auf die nase ;)

    B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
    Ur t e i l vom 2 7 . No v emb e r 2 0 0 7

    Widerspruchsverfahren Nr. 8157; Verfügung des IGE vom
    13. Dezember 2006  Bildmarke „Pfotenabdruck“ / TucTuc (fig.)

    Das vollständige urteil als 16 seiten pdf gibts hier:

    http://relevancy.bger.ch/pdf/azabvger/2007/b_00789_2007_2007_11_27_t.pdf

  20. jsc
    22. Oktober 2009 15:10
    20

    Dar Urteil des (schweizerischen) Bundesverwaltungsgerichts ist in der Tat interessant und aufschlussreich: Das Gericht geht überzeugend von einer geringen Kennzeichnungskraft der JW-Bildmarke aus. JW beware!

  21. Ada
    22. Oktober 2009 23:00
    21

    Endlich einmal ein Blick zur Wurzel des Problems.

    Aber die Tatzen / Pfoten Sache, der Reihe nach.

    Die TAZ hatte den Abdruck eines Luchs als ihr Logo, eben deutlich vor Jack WOlfskin. Passte aber auch, Luchs hat Tatzen, es ist eine Großkatze. Und passte zum Bild der TAZ.
    Die TAZ hat nur nach und nach, wohl aus technischen Gründen, die kleinen Punkte an der Pranke entfernt, die die Haare einer solchen Großkatze auf den Beinchen hat. In den alten Darstellungen sieht man es noch.

    Wenn man sich auf den Wolf beziehen will, ist dessen Pfote etwas anders. Echte Wölfe haben eine etwas länglichere Pfotenform. Und Pfoten!
    Jack Wolfskin hat sich aber auch das Wort „Tatze“ allein als MArke gesichert. Man nennt bei Wolfskin das Ding Tatze. Für mich kann das nur einen Grund haben. Man weiß eben noch, woher man seine Tatze übernommen hat.

    Die Verwendung dieses Zeichens aber ist selbst bie Wolfskin ein Widerspruch im Sinne eines Markenlogos. Es wird als Logo, Dekor, Muster verwendet. Es wird total verwässert im eigenen Haus. Zudem sind die ganzen Pfotenabdrucke so extrem häufig überall dort zu finden, wo Tiere sind, die eben ähnliche Abdrucke hinterlassen, dass sich das Zeichen allein eher als allgemeines Bild bezeichnen lassen muss.
    Hat etwas von der Bildmarke „roter STern“ – War mal eine Bildmarke, ist aber keine mehr!

    Somit, Das Urteil in der Schweiz nennt die schönen Stichworte. WEnn allgemein Kennzeichen aus der Natur verwendet werden, ist das eben immer eine Sache für sich.

    Es sollte also auch jetzt nur einen Weg geben. Widerspruch gegen die BIldmarke „Tatze“ – Wie auch gegen die Wortmarke „Tatze“. Der Pfotenabdruck kann alleine, ohne den Firmennamen, keine Marke sein. Schon weil JW in millionenfacher Versäumnis sich nicht um ihre Marke gekümmert hat. Und eben eine noch größere Anzahl Tiere genau dieses Zeichen überall hinterlassen können.

    Ist hier kein Anwalt der genug PR sucht? Bitte den Widerspruch einleiten – Es gibt genug Gründe.

  22. Pfotenlose Zeiten
    22. Oktober 2009 23:57
    22

    stehen uns wohl in D bevor.

    Denn der Bär ist nun auch ein Wolf geworden.

    http://samstagisteingutertag.wordpress.com/2009/10/21/bearwear-nl-opfer-von-jack-wolfskin-abmahnung/

    @jsc

    Was bedeutet diese Zuweisung der geringen Kennzeichnungskraft? Dass rechtlich gesehen für die Tatzenabbildungen von Katze, Luchs, Bär überhaupt nicht die Verwechslungsgefahr in diesem Umfang besteht, wie JW vorgibt?

    Wäre schön, wenn Recht und gesunder Menschenverstand einmal d’accord gehen würden.

  23. Safiya
    23. Oktober 2009 01:22
    23

    Mir fallen außer Luchs, Wolf, Katze und Bär noch andere Tiere ein, denn stilisiert ähneln sich die Abdrücke ja alle irgendwie. Also dürfen auch Leute die Löwen, Tiger, Hyänen, Füchse usw. toll finden nie mehr solche Motive benutzen. Außerdem finde ich es ziemlich übertrieben, wenn immer gesagt wird, dass jeder die Marke JW und ihr Logo kennt. Ich z. B. kannte zwar den Namen irgendwie, aber wenn mir jemand diese Pfote gezeigt hätte, hätte ich sofort an die „taz“ gedacht.

  24. C. Corleis
    23. Oktober 2009 12:22
    24

    Ein interessanter Beitrag zum Thema. Die „juristischen Argumente“ in dieser Diskussion werden natürlich vornehmlich nur von der abmahnenden Firma (siehe die offizielle JW-Stellungnahme im typischen Anwaltston) angeführt. Die diskutierende „Blogospähre“ oder „Schwarmintelligenz“ nutzt aber lieber den dort noch vorhandenen gesunden Menschenverstand und dessen Sinn für Recht und Gerechtigkeit.
    Das dieser immer mehr „inkompatibel“ zur Gesetzeslage zu sein scheint zeigt auch, wie weit sich unser Rechtsprechungssystem mit seinen Gesetzen schon von der Wirklichkeit entfernt hat und die Welt und deren vielfältige Bewohner auf Paragraphen, Absätze, Erlasse und Präzendenzfälle reduzieren will.
    Diese WWW-Schwarmintelligenz kann aber auf juristische Spitzfindigkeiten und halsbrecherische Winkelzüge gut verzichten: Sie erkennt instinktiv, was für eine skrupellose Sauerei dort wieder von einem Konzern und seinen Anwälten angezettelt worden ist und wehrt sich auf ihre eigene Weise.
    JW mag rein Gesetzbuch- und paragraphenmässig ja im „Recht“ sein, das dadurch ausgelöste PR-Disaster und den Boykott ihrer Produkte haben sie aber selbst zu verantworten: „Lernen Sie uns kennen!“ – Ihre Blogosphäre.

  25. rabe
    24. Oktober 2009 07:15
    25

    „Jack Wolfskin – Dies ist erst der Anfang“
    Die Bären-Community hat Ärger mit JW:

    http://skorpionstich.wordpress.com/2009/10/22/jack-wolfskin-dies-ist-erst-der-anfang/

  26. Sebastian Welsch
    4. November 2009 19:15
    26

    @C. Corleis: Der immer weiter gehenden Entfernung des „Rechts“ vom rechtschaffenen Bürger hier im Lande gebe ich dir vollkommen recht.

  27. Von Tatzen und Pfoten « PARAPHÄNOMENALIA
    4. Dezember 2009 18:26
    27

    […] “Jack Wolfskin und das Pfötchenmuster“, vom […]

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