Mediatheken: Jetzt ist auch die ARD online

Nachdem wir hier letztens die Mediathek des ZDF lobten, uns allerdings einen Kommentar zur Testbild-Mediathek der ARD nicht verkneifen konnten, können wir nun berichten, dass auch die ARD ihre Mediathek (vorerst als Testversion) auf die Beine stellt.

Das Angebot ist bisher noch eher mager. Abgesehen von einigen Soaps (hier scheint man sich am ZDF zu orientieren), sind die Tagesschau (sogar recht aktuell), diverse Ratgeber und Magazine online. Die wirklich geldwerten Inhalte wie etwa die Sportschau oder eigenproduzierte Filme sucht man allerdings, von Ausschnitten abgesehen, vergebens. Wir glauben allerdings, dass dies nur eine Frage der Zeit sein wird. Es ist unserer Ansicht nach nicht erklärlich, warum der GEZ-Zahler für die Rechte und Produktion teurer Tatortfilme etc. bezahlt, diese dann aber nur ein einziges Mal an einem einzigen Tag, schlimmstenfalls noch zur Unzeit, zu sehen bekommt.

Dass sich das Privatfernsehen bereits zu Wort gemeldet hat, ist klar, wir glauben allerdings nicht, dass das Argument „soll doch nur der Zahlen, der sehen will“ zielführend ist. Es ist schlicht nicht ersichtlich, warum der GEZ-Zahler, der immerhin eine stattliche monatliche Summe zahlt, auf eine effiziente Nutzung der von seinem Geld produzierten Inhalte nur deshalb verzichten muss, weil diese in einem Medium geschieht, das neu ist und über kurz oder lang den Abschied vom Privatfernsehen in seiner jetzigen Form bedeutet. Dass das Privatfernsehen daran kein Interesse haben kann, ist natürlich klar. Ebenso selbstverständlich sollte es allerdings sein, dass dies nicht zum Nachteil des Bürgers den Blick auf die Zukunft verstellen darf.

In diesem Sinne freuen wir uns über diesen Schritt der ARD in Richtung Zukunft, darauf vertrauend, dass dieser der erste in einer langen Reihe von Schritten gewesen ist. Bisher nämlich, das ist auch klar, gibt es kaum einen Grund diese unübersichtliche Seite zu besuchen, deren Inhalte ohnehin schon großenteils im Netz zu finden sind. Dass sich dies aus einer medienpolitischen Testballonstrategie der Verantwortlichen erklärt, halten wir durchaus für denkbar.

(cen)

 
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