NC – Zusammenfassung der Creative Commons Studie

Eine der schwierigen Fragen, die sich im Rahmend der CC-Lizenz stellen, ist jene, was unter dem Begriff „Non Commercial“ zu verstehen ist. CC selbst hat hierzu bisher nie Stellung bezogen, mit dem Argument, man wolle, dass eine Definition aus den Communities heraus entstehen soll. Das hat bisher allerdings nur eher schlecht als recht geklappt. Viele Blogger etwa bewegen sich auf dünnem Eis, wenn sie NC-lizenzierte Werke nutzen, obwohl Werbung auf ihrem Blog zu sehen ist. Creative Commons ist daher nun endlich in dieser Frage aktiv geworden und hat eine große Umfrage zu diesem Thema gestartet, die hier herunter zu laden ist. Die wichtigsten Erkenntnisse, die dabei gewonnen wurden hier in gebotener Kürze:

  • Die bisherige Formulierung der NC-Lizenz, die darauf abstellt, dass die Nutzung nicht primär kommerziellen Zwecken dienen soll, findet in der CC-Community grundsätzlich Zuspruch.
  • Auch lässt sich erkennen, dass eine etwaige Aufsplittung in mehrere NC-Lizenzen grundsätzlich zu keiner größeren Zufriedenheit in der Community führen dürfte: auf das bisherige vage Konzept können sich zwar alle irgendwie einigen, bei genaueren Fragen gehen die Meinungen allerdings schnell auseinander. Daher scheint es angezeigt, bei der bisherigen Formulierung zu bleiben.
  • Über 75% der Befragten sagten aus, dass die Nutzung des Werkes im Zusammenhang mit Online-Werbung definitiv als kommerzielle Nutzung zu bewerten sei. 60% würden dies auch noch so sehen, wenn hierdurch lediglich die eigenen Kosten gedeckt werden sollen. Das dürfte insbesondere für Blogger interessant – und problematisch sein. Ein Blog, das NC-lizenzierte Musik zum Download anbietet, darf etwa keine Werbung auf seiner Seite darstellen.
  • Ebenfalls ca. 60% der Befragten zählten auch die Nutzung durch eine Non-Profit-Organisation zum kommerziellen Nutzungsbereich, ein klares Votum gab es bzgl. der Nutzung einer For-Profit-Organisation, hier soll auch eine kommerzielle Nutzung angenommen werden.
  • Weniger klar war das Votum bei der Nutzung für wohltätige Zwecke. Zumindest im Fall von Non-Profit-Organisationen, welche ein Werk für solche Zwecke nutzen, schienen die Befragten dahin zu tendieren, hier keinen kommerziellen Zweck im Sinne der Lizenz anzunehmen.
  • Zum Grund, weshalb bisher nicht wirklich Konflikte zum Thema NC bekannt geworden sind hat Creative Commons eine überraschende Lösung parat: Die Lizenzgeber scheinen grundsätzlich ein liberaleres Verständnis von NC zu haben als die Nutzer bzw. Lizenznehmer. Hierdurch werden viele Konflikte im Vorhinein vermieden.

Letztlich scheint das Paper vor allem die Tendenzen und Ahnungen zu bestätigen, die bisher bereits vorherrschten. Überraschend ist lediglich, dass tatsächlich ein recht striktes Verständnis von NC vorzuherrschen scheint. Nicht einmal cost-recovery wird von den meisten Befragten akzeptiert. Konsequent zu Ende gedacht würde das allerdings auch bedeuten, dass Blogs, die auf Bezahlung von Webspace dadurch verzichten können, dass Werbung eingeblendet wird, keine NC-lizenzierten Werke verwenden dürfen. Das dürfte der gängigen Praxis widersprechen. Auch NGOs sollten sich vorsehen.

Zunächst darf diese Studie nicht überbewertet werden. Hierbei handelt es sich schließlich nur um eine Erhebung. Im kommenden Jahr dürften allerdings Präzisierungen zu den NC-Lizenzen anstehen, eventuell im Rahmen eines Lizenzupdates (eine Version 3.5 steht im Raum). Man darf gespannt sein, wie es dann weiter geht. Dass allerdings dann das Thema NC besser ausgeleuchtet werden wird, ist zumindest sehr wahrscheinlich.

(cen)

 
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2 Kommentare zu “NC – Zusammenfassung der Creative Commons Studie”

  1. 020200
    2. Oktober 2009 17:43
    1

    Das Ergebnis ist nicht ganz korrekt wiedergegeben. So waren nicht “70% der CC-Nutzer dieser oder jener Auffassung”, sondern 100% der CC-Nutzer sollten auf einer Skala von 1-100 Bewerten, wie kommerziell ihnen ein Angebot erscheint. Das ist ein wichtiger Unterschied!

  2. cen
    3. Oktober 2009 08:50
    2

    Vielen Dank für den Hinweis. Ich darf als Beispiel aus der Studie zitieren, S. 73: “A commercial use is defined by 7 in 10 of all respondents as a use that makes money.” Auf diese und weitere Feststellungen dieser Art stütze ich mich hier.

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