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BGH: Verwendung von ähnlichen Bildmotiven bei Druckerpatronen

Montag, 03. Oktober 2011 18:48

Die Klägerin, die EPSON Deutschland GmbH, produziert und vertreibt Drucker und hierzu passende Farbpatronen, auf denen sie seit Mitte 2002 neben der Artikelnummer und der Bezeichnung der Drucker, für die sie geeignet sind, Bildmotive wie Teddybären, Badeentchen oder Sonnenschirme anbringt, die ebenfalls die Zuordnung der jeweiligen Patrone zum passenden Drucker erlauben. Die Bildmotive sind in der Farbe der in der Patrone jeweils enthaltenen Tinte gehalten. Bei Patronen mit verschiedenen Farben findet sich das Bildmotiv für jede Farbe einmal auf der Verpackung. | Lesen sie weiter …

 

Valkaama fertig

Donnerstag, 29. September 2011 15:43

Im Jahr 2009 hatten wir über das spannende Filmprokjet Valkaama berichtet, ein Gemeinschaftsprojekt aus Finnland, das unter CC-Lizenz veröffentlicht werden sollte. Nun ist uns zu Ohren gekommen, dass der Film fertig zum Download oder auch auf DVD bereit steht.

Auf der Website heißt es:

Die HD Version von Valkaama steht ab sofort auf der Webseite zum Download bereit. Released wurden eine 1080p Version und eine 720p Version. Letztere passt auf eine Standard DVD-R. Beide Versionen enthalten die 3 Soundtracks von Michael Georgi, audioscapist und Matthias Blazejak sowie alle momentan verfügbaren Untertitel (Sprachen: Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch, Koreanisch, Polnisch). Des Weiteren findet Ihr das Filmposter zu Valkaama in Druckauflösung auf unserer Webseite sowie die Valkaama DVD inklusive Cover und DVD Label.
Mit der Veröffentlichung der Dateien ist das Valkaama Projekt nun offiziell beendet. Wir hatten eine schöne Zeit während der Arbeit an Valkaama und es war eine tolle Erfahrung, ganz am Anfang der Open Source Film Bewegung mit einem der ersten Open Source Spielfilme (wenn nicht sogar dem Ersten ;) mit dabei gewesen zu sein. Die Webseite bleibt natürlich online und das Forum wird von mir von Zeit zu Zeit gescreent um Fragen und Kommentare zu beantworten und es so gut wie möglich Spam-frei zu halten.
 

Neil Gaiman on Copyright Piracy and the Web

Samstag, 17. September 2011 18:05

 

The Pirate Bay feiert Geburtstag

Freitag, 16. September 2011 17:53

Gestern feierte die Pirate Bay Geburtstag. In einer Presseerklärung las sich das dann so:

So it has become our 8th birthday! Time flies huh?

We’ve said it before and we’ll say it again. This would not have happened without you!

Outside of the bay a lot of stuff have happened during these 8 years. A lot of good and a some bad. We admins are positive dudes and dudettes who likes to think that the world is moving forward and not backwards. Thats partly what the site is about. Spreading culture around the globe so that maybe people will understand each other a bit more.

Heading in to our 9th year we are preparing some huge news. We can’t really tell yet but it will be huuuuuge!

Dass sich die Pirate Bay allerdings schon seit 8 Jahren hält, ist wirklich ganz bemerkenswert. Die meisten Konkurrenten haben mittlerweile das Feld räumen müssen. Auch TPB ist nicht von Rückschlägen verschont geblieben. Man kommt nicht umhin, die „Resiliancy“ (so das Eigenlob der Bucht-Piraten) zu bewundern, mit der sie es bisher stets zu verhindern wussten, vom Netz genommen zu werden. Dass die Zukunft allerdings nicht der TPB gehört, dürfte mittlerweile klar geworden sein. Zu wenig schützt das Netzwerk seine Kunden, die mittlerweile in Scharen zu den 1-klick-Sharehostern überlaufen. Etwas mehr Vision hätte der TPB daher zum Geburtstag nicht geschadet. Nicht zuletzt bleibt TPB ein Symptom eines großen kulturpolitischen Problems, die Lösung ist sie nie gewesen und wird sie niemals sein.

 

Lesetipp: Dirk von Gehlen, Mashup: Lob der Kopie

Freitag, 16. September 2011 17:37

Dirk von Gehlen, jetzt.de-Chefredakteur und profilierter Blogger zu digitalen Themen hat jetzt sein Buch Mashup: Lob der Kopie bei Suhrkamp herausgebracht. Die Kritiken sind bisher offenbar begeistert (s. obigen Link), jedenfalls solche aus der Netzwelt – dass es auch einige Interessengruppen geben dürfte, die von den Thesen von Gehlens nicht begeistert sind, nehmen wir jetzt einfach mal so an.

Suhrkamp schreibt zu dem Buch:

Es ist nicht nur kinderleicht, es ist vor allem nahezu unumgänglich: Kopieren ist im digitalen Raum zu einer alltäglichen Handlung geworden. Doch so selbstverständlich wir kopieren, so unklar bleibt der Bezugs- und Bewertungsrahmen für diese Tätigkeit, die Dirk von Gehlen in Mashup als grundlegende Kulturtechnik lobt. Ohne die kreative Kraft der Kopie entsteht keine Kultur – nicht nur die modernen Verschmelzungen unterschiedlicher Werke zu einem neuen (Mashups, vom Englischen to mash) belegen dies. Die Fälle der abschreibenden Hoffnungsträger zu Gutten- berg und Hegemann und die beständige Auseinandersetzung um Tauschbörsen zeigen aber auch, wie notwendig eine Debatte über gutes Kopieren und betrügerisches Abschreiben sowie über den rechtlichen Rahmen für die sich verflüssigende Unterscheidung zwischen Original und Kopie ist. Mit dieser Streitschrift bringt Dirk von Gehlen Ordnung in die begriffliche Verwirrung und zeigt, wie notwendig die Kopie für unsere Kultur ist – online wie offline.

Hier ist auch ein Interview zum Thema zu hören.

Wir selbst sind noch nicht dazu gekommen, das Buch zu lesen, hoffen das aber nachholen zu können und werden uns dann auch nochmal äußern. Wer es sich in der Zwischenzeit einfach kaufen will, kann hier klicken.

(cen)

 

Creative Commons-Lizenz hat vor LG Berlin Bestand

Freitag, 16. September 2011 17:13

Besser spät als nie möchten wir auf die Entscheidung des LG Berlin v. 08.10.2010 hinweisen. Hier hatte eine Fotografin wegen der Verwendung eines Fotos, das sie unter der Creative Commons-Lizenz „Attribution – ShareAlike 3.0 Unported veröffentlicht hatte, geklagt, das dies ohne den Lizenztext oder eine Internetadresse dafür anzugeben geschehen war.  Auch die Urheberin war nicht genannt worden.Vor dem LG Berlin hat sie Recht bekommen und einen Unterlassungsanspruch durchsetzen können. Die Entscheidung zeigt einmal mehr, dass CC-Lizenzen in Deutschland gerichtsfest sind und daher ihre Wirkung auch in Zukunft nicht verfehlen werden.

Der Beschluss kann hier direkt eingesehen werden.

(via)

 

Offener Brief deutscher Netzpolitiker und anderer Unterzeichner an Google+ zum Klarnamen-Zwang

Montag, 05. September 2011 17:01

Ich unterstütze das Anliegen vollumfänglich.

 

Sehr geehrter Herr Schindler,

wir, die Unterzeichner, wenden uns heute an Sie wegen der Unternehmenspolitik Ihrer Muttergesellschaft Google Inc.

Die Nutzungsbestimmungen Ihres neuen sozialen Netzwerkes “Google +”, das wir für einen gelungenen Wurf halten und gerne nutzen, sehen in Ziffer 13 vor, dass Nutzern den “volle(n) Name(n), mit dem Sie normalerweise von Freunden, Familie und Kollegen angesprochen werden“ verwenden müssen. Nach dieser sog. Common Name Policy ist also jeder Name erlaubt, unter dem man allgemein bekannt ist. Nicht erlaubt ist ein kaum bekannter Künstlername, ein Allerweltsname “Peter Meier23” oder ein Pseudonym, so dass Ihr Dienst in diesen Fällen nicht genutzt werden darf, wenn die Identität des Nutzers unter diesem Namen nicht allgemein bekannt ist.

Wir unterstützen die Argumentation Ihrer Muttergesellschaft, dass diese Regelung das Kommunikationsniveau heben soll. In der Tat gehört es auch für uns zum guten Ton, dass man sich einander vorstellt und namentlich miteinander kommuniziert. Dieses Ziel wird jedoch durch Ihre Maßnahme kaum erreicht, da jedermann versuchen kann, unter einer Anscheins-Identität aufzutreten, deren Echtheit Sie mit gängigen Online-Verfahren schwer überprüfen können. Auch die Verhinderung von Spam erscheint uns als sehr schwaches Argument, da jeder Spammer versuchen wird, sich einen glaubwürdigen Echtnamen zu geben.

Aus unserer Sicht sind diese Argumente bei weitem zu schwach für eine derart schwerwiegende Begrenzung in der Nutzung. Wir begrüßen es sehr, dass es schon lange für ein Google-Konto unter Ziff. 2 Ihrer Nutzungsbestimmungen heißt: “Die Nutzung der Dienste ist auch unter einem Pseudonym möglich.” Wir würden uns daher auch wünschen, dass Sie dieselbe Regelung für Google Plus gelten lassen. Zudem ist auch die Rechtslage in Deutschland zu beachten. § 13 Absatz 6 TMG lautet: “Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren.” Unsere Frage ist: Ist Ihnen die Bereitstellung mit pseudonymer Nutzung technisch nicht möglich oder nicht zumutbar?

Das TMG bringt klar zum Ausdruck, dass in der Sache seit Jahren durch den Gesetzgeber entschieden ist, was die hiesige Auffassung hierzulande ist: Dass nämlich die Nutzung eines solchen Dienstes grundsätzlich nicht an die Verwendung des echten Namens und auch nicht an einen Rufnamen gekoppelt sein soll, sondern pseudonym zu ermöglichen ist. Wir möchten Sie bitten, diese Entscheidung zu respektieren und darauf hinzuwirken, dass diese durch Ihre Muttergesellschaft eingehalten wird. | Lesen sie weiter …

 

A word of advice

Freitag, 26. August 2011 14:18

Ira Glass on Storytelling from David Shiyang Liu on Vimeo.

via

 

33 GB wissenschaftlicher Daten in der Pirate Bay

Donnerstag, 28. Juli 2011 16:49

In der Pirate Bay wurde ein Archiv in der Größenordnung von 33 GB an wissenschaftlichen Artikeln der Royal Society von einem Greg Maxwell hochgeladen, die zwar in der Public Domain stehen, aber noch immer durch Barrieren der wissenschaftlichen Verlage – in diesem Fall wohl JSTOR – nicht umsonst an die Öffentlichkeit gelangen. Im entsprechenden Torrent erklärt Maxwell sein Vorgehen:

This archive contains 18,592 scientific publications totaling 33GiB, all from Philosophical Transactions of the Royal Society and which should be available to everyone at no cost, but most have previously only been made available at high prices through paywall gatekeepers like JSTOR. Limited access to the documents here is typically sold for $19 USD per article, though some of the older ones are available as cheaply as $8. Purchasing access to this collection one article at a time would cost hundreds of thousands of dollars. Also included is the basic factual metadata allowing you to locate works by title, author, or publication date, and a checksum file to allow you to check for corruption….I’ve had these files for a long time, but I’ve been afraid that if I published them I would be subject to unjust legal harassment by those who profit from controlling access to these works. I now feel that I’ve been making the wrong decision. On July 19th 2011, Aaron Swartz was criminally charged by the US Attorney General’s office for, effectively, downloading too many academic papers from JSTOR. Academic publishing is an odd systemΓΓé¼ΓÇ¥the authors are not paid for their writing, nor are the peer reviewers (they’re just more unpaid academics), and in some fields even the journal editors are unpaid. Sometimes the authors must even pay the publishers. And yet scientific publications are some of the most outrageously expensive pieces of literature you can buy. In the past, the high access fees supported the costly mechanical reproduction of niche paper journals, but online distribution has mostly made this function obsolete. As far as I can tell, the money paid for access today serves little significant purpose except to perpetuate dead business models. The „publish or perish“ pressure in academia gives the authors an impossibly weak negotiating position, and the existing system has enormous inertia. Those with the most power to change the system–the long-tenured luminary scholars whose works give legitimacy and prestige to the journals, rather than the other way around–are the least impacted by its failures. They are supported by institutions who invisibly provide access to all of the resources they need. And as the journals depend on them, they may ask for alterations to the standard contract without risking their career on the loss of a publication offer. Many don’t even realize the extent to which academic work is inaccessible to the general public, nor do they realize what sort of work is being done outside universities that would benefit by it. Large publishers are now able to purchase the political clout needed to abuse the narrow commercial scope of copyright protection, extending it to completely inapplicable areas: slavish reproductions of historic documents and art, for example, and exploiting the labors of unpaid scientists. They’re even able to make the taxpayers pay for their attacks on free society by pursuing criminal prosecution (copyright has classically been a civil matter) and by burdening public institutions with outrageous subscription fees. Copyright is a legal fiction representing a narrow compromise: we give up some of our natural right to exchange information in exchange for creating an economic incentive to author, so that we may all enjoy more works. When publishers abuse the system to prop up their existence, when they misrepresent the extent of copyright coverage, when they use threats of frivolous litigation to suppress the dissemination of publicly owned works, they are stealing from everyone else. Several years ago I came into possession, through rather boring and lawful means, of a large collection of JSTOR documents. These particular documents are the historic back archives of the Philosophical Transactions of the Royal SocietyΓΓé¼ΓÇ¥a prestigious scientific journal with a history extending back to the 1600s. The portion of the collection included in this archive, ones published prior to 1923 and therefore obviously in the public domain, total some 18,592 papers and 33 gigabytes of data. The documents are part of the shared heritage of all mankind, and are rightfully in the public domain, but they are not available freely. Instead the articles are available at $19 each–for one month’s viewing, by one person, on one computer. It’s a steal. From you. When I received these documents I had grand plans of uploading them to Wikipedia’s sister site for reference works, WikisourceΓΓé¼ΓÇ¥ where they could be tightly interlinked with Wikipedia, providing interesting historical context to the encyclopedia articles. For example, Uranus was discovered in 1781 by William Herschel; why not take a look at the paper where he originally disclosed his discovery? (Or one of the several follow on publications about its satellites, or the dozens of other papers he authored?) But I soon found the reality of the situation to be less than appealing: publishing the documents freely was likely to bring frivolous litigation from the publishers. As in many other cases, I could expect them to claim that their slavish reproductionΓΓé¼ΓÇ¥scanning the documentsΓΓé¼ΓÇ¥ created a new copyright interest. Or that distributing the documents complete with the trivial watermarks they added constituted unlawful copying of that mark. They might even pursue strawman criminal charges claiming that whoever obtained the files must have violated some kind of anti-hacking laws. In my discreet inquiry, I was unable to find anyone willing to cover the potentially unbounded legal costs I risked, even though the only unlawful action here is the fraudulent misuse of copyright by JSTOR and the Royal Society to withhold access from the public to that which is legally and morally everyone’s property. In the meantime, and to great fanfare as part of their 350th anniversary, the RSOL opened up „free“ access to their historic archivesΓΓé¼ΓÇ¥but „free“ only meant „with many odious terms“, and access was limited to about 100 articles. All too often journals, galleries, and museums are becoming not disseminators of knowledgeΓΓé¼ΓÇ¥as their lofty mission statements suggestΓΓé¼ΓÇ¥but censors of knowledge, because censoring is the one thing they do better than the Internet does. Stewardship and curation are valuable functions, but their value is negative when there is only one steward and one curator, whose judgment reigns supreme as the final word on what everyone else sees and knows. If their recommendations have value they can be heeded without the coercive abuse of copyright to silence competition. The liberal dissemination of knowledge is essential to scientific inquiry. More than in any other area, the application of restrictive copyright is inappropriate for academic works: there is no sticky question of how to pay authors or reviewers, as the publishers are already not paying them. And unlike ‚mere‘ works of entertainment, liberal access to scientific work impacts the well-being of all mankind. Our continued survival may even depend on it. If I can remove even one dollar of ill-gained income from a poisonous industry which acts to suppress scientific and historic understanding, then whatever personal cost I suffer will be justifiedΓΓé¼ΓÇ¥it will be one less dollar spent in the war against knowledge. One less dollar spent lobbying for laws that make downloading too many scientific papers a crime. I had considered releasing this collection anonymously, but others pointed out that the obviously overzealous prosecutors of Aaron Swartz would probably accuse him of it and add it to their growing list of ridiculous charges. This didn’t sit well with my conscience, and I generally believe that anything worth doing is worth attaching your name to. I’m interested in hearing about any enjoyable discoveries or even useful applications which come of this archive.

(via)

 

Wie SpOn die Plagiatsaffären handhabt

Dienstag, 19. Juli 2011 10:18

Zunächst einmal: Ich finde es ganz lobenswert, dass die großen Medien – und auch SpOn – sich intensiv mit dem Thema Dissertationsplagiate befassen. Endlich ist mal eine Debatte zum Thema Plagiat im Raum, die nicht von den Grabenkämpfen Digital Natives vs. Rechteinhaber beherrscht wird (klar: Das lag und liegt noch immer auch an den medienwirksamen Opfern der Plattform VroniPlag).

In letzter Zeit allerdings bin ich doch zunehmend verstimmt, wie dieses Thema von SpOn gehandhabt wird. Denn das Thema ist leider vom Politik-Ressort  zum „Uni-/Schulspiegel“ gewandert.

Zunächst stellt sich die Frage: Ist der Uni-Spiegel überhaupt Teil des Spiegels bzw. Spiegel Online? Oder eines der obskuren Nebenprojekte der Seite (s.a. „Eines Tages“)? Für die Beantwortung dieser Frage fehlt mir augenblicklich die Zeit, und es ist auch egal. Fakt ist: Die ganze Plagiatsdebatte, wie etwa der aktuelle Beitrag zu Sylvana Koch-Mehrin, die unlängst ankündigte, Klage zu erheben, ist bei SpOn offensichtlich im journalistischen Limbo gelandet. Natürlich lässt sich argumentieren, das Thema Dissertation sei doch in diesem Ressort gut aufgehoben. Freilich hat der Uni-Spiegel sonst selten etwas interessantes zu berichten, so dass man auf diese Weise vielleicht Aufmerksamkeit auf das Ressort zu lenken versucht.

Aber ganz ehrlich: Worum geht es denn eigentlich? Geht es wirklich um Zitatregeln, um die zehn besten Tipps, sich nicht beim Schummeln erwischen zu lassen, geht es um studentische Arbeitsleistung? Nein, es geht um die Glaubwürdigkeit bedeutender Politiker unseres Landes und um die Frage, wie wissenschaftliches Arbeiten in diesem Land funktioniert und wie es gewürdigt wird. Zuletzt stellt sich im Rahmen dieser Affäre natürlich immer dringender die Frage nach dem Filz, der zwischen Hochschulen und Politik existiert und ob dieser im Zusammenhang mit gewissen Doktortiteln steht oder nicht. Es geht natürlich auch um die Frage, was ein Plagiat eigentlich ist und was es für unsere Gesellschaft bedeutet. Es geht, kurz, um viele interessante Fragen, die sich in den Ressorts Politik, Feuilleton oder Wissenschaft korrekt aufgehoben wären. Das ganze Thema aber in den Uni-Spiegel zu verschieben gleicht dem Verhalten Dr. Merkels, die Guttenberg nicht „als wissenschaftlicher Mitarbeiter“ angestellt haben will. Genau dieses Abschieben der Diskussion in irgendeine vermeintlich obskure Hochschulwelt ist das, was keinesfalls passieren darf, wenn führende Politiker meinen, die Arbeit Anderer zu ihren Zwecken missbrauchen zu können. So nicht, lieber Spiegel Online. Nimm Dir lieber ein Beispiel an FAZ.net, dort wird das ganz richtig gemacht.

PS: Sueddeutsche.de macht es leider auch nicht viel besser, wenn sie Teile des Diskurses in ihren Karriere-Teil auslagert.