Was ist eigentlich CC+?

Creative Commons bietet, wie unsere geneigte Leserschaft sicher weiß, verschiede open-content Lizenzen an, durch die ein Lizenzgeber den Früchten seiner kreativen Arbeit einen gewissen limitierten Schutz („some rights reserved“) garantiert. Allerings ist längst nicht jedem klar, welche Lizenzen dem Werkschaffenden im Einzelnen zur Verfügung stehen. Die verschiedenen Abkürzungen, wie etwa BY, SA oder NC und ähnliche sorgen anfänglich gern für Verwirrung. Eines der wohl eher exotischen Kürzel ist CC+ bzw. CCplus, weshalb wir es hier kurz erklären möchten. Denn es lohnt sich durchaus, sich darüber einmal schlau zu machen.

CC+ kam erst recht spät auf den Markt, nämlich im Dezember 2007. Es ist als eine Ergänzung zu der NC-Option, also der „nicht-kommerziellen“ Lizenzoption gedacht.Das war insofern richtig, als die NC-Option ein regelrechter Hit bei der Lizenzierung ist. Nach letzten Erkenntnissen werden etwa zwei Drittel der CC-Lizenzen mit dem NC-Tag versehen. Es ist natürlich auch eine der innovativeren Techniken von CC, die von der reinen Lehre des Open Source abweicht und neue Pfade abseits von Open oder Closed Source erkundet – eben „some rights reserved“ – die insbesondere für Kreative interessant sind, die noch Interesse an einer kommerziellen Verwertung ihres Werkes haben (hier die bekannte Kritik Möllers an der NC-Option).

Die NC-Option ist allerdings noch immer die schwierigste aller Optionen bei einer CC-Lizenzierung, wie bereits gestern angedeutet. Wo genau die Grenze zwischen kommerzieller und nicht-kommerzieller Nutzung verläuft, ist bis heute nicht geklärt – und wird auch bis zu entsprechenden Gerichtsentscheidungen ein nicht endgültig aufzulösendes Rätsel bleiben. Das ist seitens Creative Commons durchaus so gewollt, die Community soll diese Normen selbst erstellen, birgt aber ein Problem für manche potentielle Lizenznehmer, die etwa Werbung auf ihrer Seite haben o.ä.  und daher unsicher sind, ob der Lizenzgeber (oder dessen Anwalt) dies als Verstoß gegen die Nutzungsrechte werten würde. Für solche Fälle wäre es hilfreich, wenn eine einfache Möglichkeit existieren würde, mit dem Werkautor in Kontakt zu treten, um zu klären, ob eine CC-Lizenz in diesem Fall für beide Seiten akzeptabel wäre (um Streit zu vermeiden) oder um nach einer erweiterten Lizenz zu fragen.

Der Lizenzgeber wiederum hat die NC-Option oft deshalb gewählt, um bei einer kommerziellen Nutzung mitzuverdienen. NC-Lizenzgeber sind oft Kreative, welche die CC-Lizenz (auch) als Showcase für ihre Werke sehen. Eine private Nutzung ist in Ordnung und soll die Verbreitung des Werkes forcieren, um das Werk letztlich auch kommerziellen Nutzern, möglichen Lizenznehmern im b2b-Bereich vorzustellen. Diese Lizenzgeber wiederum suchen nach einer Möglichkeit, dass Interessenten schnell und einfach Kontakt mit ihnen aufnehmen können.

Eben diese beiden Probleme adressiert CC+, indem es dem Lizenzgeber erlaubt, schnell und einfach Kontaktinformationen zu seiner CC-NC-Lizenz hinzuzufügen, durch die ein potentieller Lizenznehmer Kontakt mit ihm aufnehmen kann, um Probleme bzw. gegebenfalls auch Erweiterungen der Lizenz zu besprechen. Es handelt sich bei CC+ also um keine neue Lizenz. Vielmehr handelt es sich um ein Protokoll, das dem Lizenznehmer erklärt, wie er Kontakt mit dem Lizenznehmer aufnehmen kann. Das „Plus“ ist also zu verstehen als NC-Lizenz + mögliche erweiterte Lizenz, die nach Kontaktaufnahme ausgehandelt werden kann.

Auf Magnatune.com sieht das dann etwa so aus. Im Grunde eine einfache Geschichte, die Sinn für alle Beteiligten macht. Verschiedene Institutionen und Firmen, wie etwa Jamendo, der New York Senate oder Beatpick haben CC+ bereits adaptiert. Wer Interesse an der technischen Umsetzung hat, kann das „Wie“ der Implementierung hier bei Creative Commons direkt nachlesen.

(cen)

 
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